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Abriss der Cameral Bauwissenschaft : zu Vorlesungen entworfen / von D. Gilly
Entstehung
Seite
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G 20-7

Die Dächer erhalten ihre Benennung und Unterſcheidung theils nach ihrer äufsern Form, theils nach ihrer Conſtructionsart.

Ein Dach alſo, welches zwey gerade auf den langen Seiten des Gebäudes, oben gegen einan- der liegende Dachflächen, an den Giebelſeiten aber gerade aufgehende Giebel hat, wird ein gerades Dach, oder ein Dach mit gexra- den Giebeln genannt.

Kin ſolches Dach, welches aber an den Sel- ten auf der ganzen Giebelhöhe ebenfalls abhän- gige Dachflächen hat, heiſst ein gerades Dach M 9 112160 Va WU en:

Gehen aber dieſe Dachſlächen auf den Seiten nicht ganz, ſondern nur bis etwa anf die Hälfie des bis dahin gerade aufgeführten Giebels herab, ſo wird ſolches ein gerades Dach mit halben Wallmen genannt.

Erſtere Art von Dächern ſchickt ich wegen des freyen Raumes bis an die Giebel, am beſten zu allen ökonomiſchen Gebäuden.

Die zweyte Art gewährt dieſen Vortheil nicht,

und kömmt auch gemeiniglich nur in den Stä« ten bey freyſtehenden Gebäuden oder bey E.ck- häufern in Anwendung,

Die Dächer mit halben Wallmen laſſen hingegen bey ſreyſlehenden Gebäuden die An- lage guter Dachſiüben auf den Giebeln zu, und ſid daher bey den ländlichen Gebäuden ſehr brauchbar-

Sie können aber ſo wie die mit ganzen Wall- men, nur mit Dachziegeln gehörig eingedeckt werden, nicht aber mit Stroh und Rohr.

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