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Ueber den Gebrauch des Daniell'schen Hygrometers : zu haben bei dem meteorologischen Instrumentenmacher Johann George Greiner : [Verf.: E. F. August]
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DES 4403

Brunnenwasser dampft im strengen Winter, wenn es frisch aus dem Brunnen kommt u. dgl. Bei einer sehr lebhaften Verdunstung nämlich reiſst der aufsteigende Dunst, der leichter als die Atmosphäre ist, Sehr kleine Wassertheilchen blasenähnlich mit Sich in die Höhe und durch die Unzahl dieser kleinen Adrostaten wird das Licht dergestalt zerstreut, daſs die Durchbsichtigkeit der Luft und des Dunstes an diesen Stellen getrübt wird,

FG.

Obwohl aun die Verdunstung bei erhöhten Tempe- raturen lebhafter ist; 50 darf man nicht daran zweifeln, daſs Sie bei jeder Temperatur statt finde. Mannigfaltige Versuche haben dies auſser Zweifel gesetzt und gezeigt, daſs bei Abnahme der Temperatur nur eine Verminde- rung in der verdunsteten Wassermenge Statt findet, daſs es aber keine Temperatur giebt, die gar keine Ver- dunstung zuläſst. Das Eis z. B. verdunstet im streng- Sten Winter, wie Sich leicht durch Abwägung bestimm- ter Eismassen im Freien darthun läſst. Daſs Wäsche auch im Winter trocknet, ist ohnehin eine bekannte Erfahrung.

5. 4.

Beim Verdunsten selbst nun, nicht nur des Was- Sers, Sondern einer jeden andern Flüssigkeit, zeigt sich zunächst eine merkwürdige Erscheinung. Während näm- lich die Flüssigkeit verdunstet, verlieren die zunächst angrenzenden Theile bedeutend von ihrem Wärmege- halt, ohne daſs der entstandene Dunst an Wärme zu- nimmt. Der einfache Versuch bierüber, kann mit einem gewöhnlichen Thermometer angestellt werden. Man

wickle um die Kugel desselben ein wenig Baumwolle