Druckschrift 
Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
Entstehung
Seite
301
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12, Abſ<hn. Anordnung und Controlle der Verwaltung. 304

(459) oder jährigen Abſchluſſe der Rechnung vorgenommen, um zu ſe: hen, ob alles mit dieſer ſtimmt. Die außergewöhnlichen finden

war ſeltener Statt; aber ſie müſſen durchaus wenigſtens einmal es Jahres. zu unbeſtimmter Zeit, ſelbſt wo nicht die geringſte Veranlaſſung dazu da iſt, vorgenommen werden, weil dieß das einzige Mittel iſt, theils die Rechnungs- und Caſſenheamten in ſteter Aufmerkſamkeit zu erhalten, theils ſie ohne Verletzung der- ſelben vornehmen zu können. Iſt es ein für allemal beſtimmte Regel, jährlich plößblich und ohne daß es der Beamte vorausweiß, eine ſcharfe Neviſion abzuhalten, ſo wird Niemand, etwas Arges darin finden, während die Beamten und das Publicum derſelben, wenn ſie ungewöhnlich iſt, beſondere Beweggründe unterlegen,

2) Die Reviſion darf durc<aus nicht vorher bekannt ſeyn, guch nicht in ſich gleich bleibenden Zeiten vorgenommen werden z man muß vielmehr alles thun, um zu vermeiden, daß ſie nicht ſchon voraus vermuthet werden kann.

3) Es wird bey. derſelben zuerſt die Caſſe verſiegelt, und der Holzeinſchlag jeder Arr für die Dauer der Reviſion ſtreng uns terſagt, weßhalb man allerdings gern eine Zeit dazu wählt, wo dieß ohne Nachtheil geſchehen kann. Auch die Holzabfuhr möchte zwar für dieſe Zeit ſuspendirt ſeyn, jedoch läßt ſich dieß nicht allemal thun, und es genügt auch, wenn dem Reviſor ſogleich alles Holz, was etwa abgefahren wird, der Förſter anzeigt... Hier= auf wird zuerſt die Geldrec<hnung abgeſchloſſen, wobey alle etwa Statt findenden Reſte, oder gemachten Vorſchüſſe nachgewieſen und hinſichtlich ihrer Richtigkeit ſtreng geprüft werden müſſen. Die Beſtände der Caſſe werden dann, dem Rechnunggabſchluſſe gemäß, nac<hgezähixr. Nachdem au< die Naturalrechnung abgez ſchloſſen iſt ,' werden die untern Forſtbeamten, wenn ſolche vox- banden ſind, vorgefordert, um auch deren Holzbeſtandsbücher damit zu vergleichen, und zugleich die'Angaben von ihnen zu erhalten, was in ihren Bezirken an angewieſenem und verkauften, aber nod) nicht abgefahrnen Holze ſteht, wobey ſtreng darauf gehalten wer= den muß, daß alles verkaufte Holz deutlich mit dem Namen des Käufers bezeichnet iſt.' Soltite vielleicht vor Kurzem Holz einges ſchlagen ſeyn, welches noch nicht in die Rechnung getragen ift, weil die Arbeiter noch nicht verlohnt ſind, ſo iſt dieß nachzutragen, nachdem ſich der Reviſor überzeugt'hat, daß dabey keine Unregel- mäßigkeit vorgefallen iſt. Sodann beginnt die Nachzählung dex Beſtände diſtriktweiſe, um jeden Diſtrikt und Schlag, nach den Res ſultaten des Rechnungsabſchluſſes, für ſich revidiren zu können.

Einrichtung und Führung der Rechnung,

Für die Geldrehnung wird am zwe&mäßigſten ein Journal geführt, um in dieſes die täglich eingehenden oder auszuzah=. lenden Gelder, nach einex laufenden Ordnungsnummer, eintragen zu können, damit durch bloße Addition der eingenommenen oder verautgabten Summe auf der Stelle ein Rechnungsabſchlus ge» macht werden kann, um' die Caſſe zu revidiren. Worſchrift da bey muß ſeyn, daß die Eintragung jeder Poſt ſogleich) erfolgt, ſo wie die Zahlung derſelben Statt findet. Aus dieſem Journale kann dann wöchentlich oder monatlich die Einnahme uud Ausgabe in das Manual übergetragen werden, welches in Kapitel getheilt iſt und eine mit der Materialrechnung übereinſtimmende Einrich» iung haben muß, damit es dieſer zum Belege dienen kann,