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12. Abſc<r. Anordnung und Controlle der Verwaltung, 299
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(4387) führt gerade die Hoffnung, unentde>t zu bleiben, am allerhäu- figſten Defecte oder Veruntreuungen hexbey, und es iſt für Be: amte, weiche nicht immer ſtark genug ſind, der Verſuchung zu widerſtehen, wenn ſie ein Bedürfniß drängt, eine große Wohl: that, wenn ſie ſo ſcharf controllirt werden, daß es nicht mög= lic) iſt, dieſer nachzugeben, ohne nicht augenblickliche Entdes «ung fürchten zu müſſen.
Die beſte Conirolle beſieht ohne Zweifel darin., daß man dem Forſtbedienten gar keine Caſſe läßt, ſelbſt die Einr'chtung trifft, daß er unter keinem Vorwande weder. Geld empfangen, nod) ausgeben darf, was zu den Forſtgeidern, oder ſelbſt zu ſeinen Accidenzien gehört. Er muß die Verpflichtung haben, die Natural- und Geldrechnung zur Controlle des Beamten, welcher die Caſſe hat, zu führen z er kann und ſoll bey größern Berwaltungen die Anweiſung der Einnahmen und Auggaoben haben, aber das Geld darf nie in ſeine Hände kommen. Iſt eine ſolche Einrichtung bekannt und wird ſie ſtreng aufrecht er- halten, ſo muß er ſich ſchon gegen jeden, der ihm Geld zohlt, als Betrüger entde>en, oder er müßte ſich mit dem Rentanten ju Unterſchieife verabreden. Es gehört aber ſchon eine große Verworfenheit dazu, ſich einem Dritten als Betrüger zu ents larven, der weit wen:ger Menſchen fähig ſind, als wohl Vere untreuungen, wenn ſie glauben, niemand weiß darum. Auch werden ſolche verabredeten, oder einem Dri:rten defannte Betrüsz gereyen ſebr leicht entde&>t.
Hat der Revierverwalter Unterförſter, ſo ſind dieſe die bes ſten Controlleurs. Es iſt unendlich ieicter, die ſchärfſten Rex viſoren zu bint'-rgehen, als einen Menichen, der auch die ges ringſten Vorfälle in ſeinem Schubbezirke kennt und um jeden Berkauf wiſſen muß. Um dieſe Controlle einzurichten, ohne das Anſehen des Vorgeſetzten zu ſchmälein und ihn gegen ſeine Untergebenen zu compromittiren, iſt nichts erforderlich, als daß dem Unterforſter ein Holzhuch eingerichtet wird, worin wöchent- lich allies eingetragen wird, was auf ſeinem N- diere vereinnahmt und verausgabt wird, und daß ihm alle von der Caſſe quittir- ten Einnabmezettel ausgehändigt werden, die er bey dem Rechs nungsſchluſſe wieder abgiebt, Eben ſo muß er das, von ihm als richtig geführt beſche:n gte Holzbuch bey dem Jahresſchluſſe abgeben. Da der. Schutzbeamte zugleich die Aufſicht Über die Beſtände führen, und das abzugebende Holz anweiſen muß, ſo' iſt eine ſolche Einrichtung um ſo nöthiger, und liegt ſchon in dex Natur zeder Rechnungsführung.
Ueberhaupt iſt ober auch die Oeffentlichkeit der Rechnungs- führung die allerbeſte Bürg“<haft dafür, daß ſie richtig ſeyn muß. Syo bald nur der Rehnungsbeamte und Rentant wiſſen, was eingenommen und aqauggegeben wird, fann kein Dritter entdes >en, ob dabey Unterſchleife vorfallen. Wenn abex jedem Förſter, Schreiber oder andern Beamten die Rechnung zur Einſicht ofs fen liegt, ſo wird eine Unrichtigkeit darin leichter bemerkt, Sebr geheim damit thun, verräth auch immer irgend eine nicht ehrenvolle Abſicht.
Feſte Taxen, nach beſtimmten Maaßen, ſind zwar auch ſehr zur Beförderung der Controlle geſchit, fie haben aber auch manche Nachtbeile, und es iſt im Allgemeinen nicht vortheile


