296 Forſiwirtbſc<haft.
(434) ziehen. In der Negel gehen nicht die beſien jungen Leute in die Freinde und in Dienſte, die ſie nicht kennen, ſondern nur die, welche in ihrer Heimath nicht unterzurommen hoffen dürfen. Sie verlangen, wenn ſie nicht die größte Noth mit allem zu- frieden ſeyn läßt, dafür, daß ſie dieſe verlaſſen, Entſchädigung, und ſind doch gewöhnlich hernach nicht zufrieden.
Das Öftere Wechſeln mit Beamten iſt nirgends nachtheili- ger, als bey der Forſiverwaitung. Cin Forſiwirth muß ſeine Forſt bis in das kleinſte Detail tennen, wenn er zwemößig in ihm wirken will z er muß Alles, was von Bußen auf, die Wirth- ſchaft Einfluß hat, auf das Genaueſte zu beurtheilen im Stande ſeynz er muß eine wirkliche Lieve zu ſeinem Forſte haben, die ihn bewegt, mehr dafür zu' thun, als aus bloßem Pflichtgefühl gefordert werden kann. Alles dieß giebt bloß der längere Auf- enthalt auf einem Reviere.
Den Forſtbeamten ſo zu ſehen, daß er ſeine wirklichen, als ſolche anzuerkennenden Bedürfniſſe nicht befriedigen kann, itt ſchon deßhalb allein eine ſehr falſche Maßregel, als derſelbe g€- wöhnlich ein ſehr großes»und ungezähltes Cayital unter den Händen hat, und es ſo ſchwer iſt, zu verhüten, daß er nicht auf irgend eine Art davon eiwas veruntreue, wenn ihn nicht das eigene Pflichtgefühl, ſondern bloß die Furcht vor Entde- >ung davon abhält.: ß
Man kann die Forſtbeamten, welche der Privatforſtbeſiter bedarf, in zwey Claſſen theilen: 1) bloße Schubbeamte, und 2) Revierverwalter.
Der Schutbheamte braucht bloß leſen und ſchreiben zu kön« nen, im Beſiß der gewöhnlichen Kenntniſſe vom Holzeinſchlaz gen, Säen und Pflanzen zu ſeyn, die ſich ſchon durch den täg» lichen Beſuch des Waldes erwerben laſſen. Körperliche Geſund- heit, Ausdauer, Muth und'Dienſieifer ſind bey ihm die wich» tigſten Eigenſchaften. Die gewöhnlichen Jägerburſche, ſelbſt Menſchen aus dem Bauerſiande, wenn ſie nar nicht etwa zu viel Anhang haben, entlaſſene Soldaten, ſind dazu vollfommen brauchbar, ſogar gebildeten Forſtmännern vorzuziehen, weil man ſie wohlfeiler hat, und ſie ſich eher allen Arbeiten unterziehen, die bey der Forſtverwaltung vorfallen. Bey kleinen Forſten, de- rey Bewirthſchaftunz3 der Oekonomiebeamte oder der GSutshery ſelbſt leitet, kann man mit ihnen recht gut allein ausfommen. Ihre Beſpldung kann und muß im Verhältniß ſtehen mit der Stellung, welche ſie im bürgerlichen Leben einnehmen. Je we? niger ſie ſich über den gewöhnlichen Aufſeher von Tagarbeitern erheben, deſto weniger haben ſie auch eine größere Beſoldung zu verlangen.
Gleichſam eine Mittelclaſſe zwiſchen dem wirklichen Revier- verwalter und dem Schutbeamten bilden die Förſter, welche zwar keine ſelbſtſtändige Verwaltung haben, indem die Anord- nungen zur Wirthſchaftsführung nicht von ihnen ausgehben, ſon- dern von dem Gutsherxn ſelbſt oder ſeinem Oekonomiebeamten, welche aber doh Rechnung führen und das eigentlich Techniſche des Betriebes angeben müſſen. Sie müſſen ſchon einen gewiſſen Grad forſtlicher Bildung beſitzen, haben ſchon mehr Verantwort: lichkeit, und ſollen durch ihre Betriebſamkeit zur beſſern Benutzung und Erhaltung des Forſtes wirken, Sie können eine Beſoldung
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