16 Forſtwirthſchaft. (428)
Haben, in den Eichen und Ulmenwäldern, wo die Buche ſelten iſt, Als Baumholz iſt ſie keine empfehlenswerthe Holzgattung, da ſie als folches einen langſamen Wuchs und geringen Zu- wachs vorzüglich im höhern Alter zeigt, ſo daß ſie wohl x bis 4 weniger Holzmaſſe geben kann, als die Buche und ſelbſt die Ei- <e. Selten dürfte es vortheilhaft ſeyn, das Hainbuchen- Baum- holz älter als 89 Jahre alt werden zu laſſen, wozu um ſo weni- ger Veranlaſſung iſt, als man keine ſtarken Stämme zu Nuß- holze braucht. Vortheilhafter iſt ſie als Niederwald, wo ſie, tief gehauen, einen reichlichen, ziemlich raſch wachſenden Sto>aus- ſchlag gewährt, welchen man 20-- 30 Jahre alt werden laſſen kann; wo er dann bey paſſendem Standorte wenig im Ertrage| MEN gegen den Eichen- Niederwald zurückbleiben wird. Als Kopf-| JANES holz läßt ſie ſich ſehr gut behandeln, und häufig werden die NN Triften und Aenger damit bepflanzt, da ſie reichlich ſelbſt, noch dalen im höhern Alter, ausſchlägt. Wenn die Kopfholzſtämme 10-- 12 ge np Fuß im Verbande ſtehen und alle zehn Jahre geköpft werden,; ſo geben ſie beynahe ſo viel Ertrag, als ein Niederwald von gleichem Umtriebe, und dennoch wird noch eine reichliche, wenn auch nicht ſo nahrhafte Gragerzeugung, als auf freyer Ebene, darunter erfolgen. Sonſt eignet ſich die Hainbuche wegen ihrer ſtarken Aſtverbreitung und dichten Belaubung nicht zur Anpflan- zung auf Hütungen oder an Gärten, Felder und Wieſen, indem ihr Schatten, wenn ſie nicht behauen wird, zu verdämmend auf alle Gewächſe wirkt. Sie entwickelt viel kleine Wurzeln nahe um den Stamm herum, welche auch nicht zu weit ausſtreichen, und läßt ſich deßhalb, ohne weitere Vorbereitung, ſelbſt noch in einem Alter mit Sicherheit verpflanzen, wo es andere Hölzer nicht mehr ertragen. Man kann die Pflanzſtämme« häufig auf freygewordenen Stellen, wo viel Samen aufgegangen iſt, weg= nehmen, ohne erſt nöthig zu haben, ſie im Pflanzgärtchen zu erziehen, Das Holz iſt ein noch beſſeres Brennholz, als das Buchen, nur dauert es, wie dieß, nicht lange, ſtockt und verdirbt leicht, vorzüglich wenn es nicht recht tro>en ſo eingeſezt worden iſt.,' daß ihm der freye Luftzug mangelt. Das Neisholz dauert kaum, ein Jahr aus. Als Nußtholz wird es beynahe ausſchließz- lich nur zu Wagnerholz, Schirrholz in die Mühlen, Maſchinen- bolz, von den Drechslern, und zu ſolchem Gebrauche verwandt, wozu feſtes Holz erfordert wird, welches gegen Feuchtigkeit ge- T ſichert werden kann. Es iſt aber auch dem Wurmfraße ſehr un- bu, terworfen, dem mart jedoch durch Einweichen in Holzſäure be-"" gegnen kann. Die jungen Hainbuchen- Pflanzen bedürfen und ertragen Schatten in der erſten Jugend, da ſie eben ſo, wie die Buchenyflanzen, leicht erfrieren und von der/Sonne leiden z je- doch dürten fie micht ganz ſo lange und dicht beſchattet erhalten werden, als dieſe, Wild und Vieh verbeißt ſie leicht, Mäuſe(M 8 beſchälen ſie- Das Verbeißen erträgt ſie jedoch, ſo daß ſelbſt CN Eu bins der verbiſſene Stamm noch wieder guten Wuchs erhält, wenn"iy A er nur Schonung und Ruhe genießt, was bey andern Hölzern, wie 3. B. bey der Eiche, nicht der Fall, iſt. Zu lebendigen Hecken läßt ſie fich dicht erziehen, und wird darum häufig dazu benutzt.'Jhr Laub iſt, im Auguſt geſawmelt und getrocknet, ein gutes Futter für Schafe und Ziegen.


