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1. Abſ<n. Kenntniß der Forſtgewächſe. (419)
Die aus Samen erwachſenen Stämme fangen in der Re- gel erſt im geſchloſſenen Beſtande mit etwa 80 Jahren an, Sa- men zu tragen; weßhalb der Hochwald, welcher nothwendig durch natürliche-Beſamung erzeugt werden muß, auch keinen kürzern Umtrieb erhalten kann. Bey Stockloden und einzelnen Stämmen tritt die Periode früher, oft ſchon mit 50 Jahren ein. Da ſie in der Jugend Schatten und Schutz vom alten Holze be- darf, ſo iſt ſie weder durch Saat, noch Pflanzung im Freyen gut fortzubringen z; durch leßtere wenigſtens nur, wenn die Pflanzſtämme ſchon hinreichend an einen freyen Stand gewöhnt find. Die Saat müßte immer in ziemlich dichtem Schatten an- derer Bäume, um dieſe als Schuzbäume zu benuten, gemacht werden,
Ihr Holz iſt ein vortreffliches Brennholz, weiches, da es von den herrſchenden, in großer Menge vorkommenden 5olzgat- tungen als das beſte angeſehen werden kann, gewöhnlich zum Mapſtabe der Brenngüte der übrigen angewendet wird. Wegen ſeiner Feſtigkeit wird es zu Schirr-, Wagner- und Maſchinen- holz vielfach benußt, und giebt, da es ſehr ſpaltig iſt, auch mancherley Spaltwaaren. Nur im Waſſer, und wenn es ſtets von dieſem bedec>t iſt, hat es große Dauer; als Landbauholz wendet man es in der Regel nicht an, weil es weder dem Wurm- fraße im Trv>nen, noch der abwechſelnden Witterung widerſteht. Der Cubikfuß grün wiegt 65 Pfund, bey gewöhnlicher Trocken- heit, wie fie das Holz im Walde erlangt, 50 Pfund.:
Die Früchte werden zur Maſt für Schwarzvieh und Schafe benußt, geben bey guter Behandlung aber auch ein vortreffliches Speiſedl. Das Laub getrocknet iſt bey ſeiner Härte nur ein ſchlechtes Schaf- und Ziegenfutter. Streurechen erträgt die Buche gar nicht, da ſie viele Saugwurzeln in die obere Boden- ſchicht ſchickt, die dann abſterben, und das Kümmern ſelbſt den Tod des Baumes herbeyführt, der eine ſtarke Humusſchicht auch bey der Verjüngung des Waldes nicht entbehren kann.
Mäuſe, Wildpret und Hutung können als die größten Feinde der Buche angeſehen werden, da ſie die erſten am Stanime be- ſchälen, ſelbſt abfreſſen, das Wild und Vieh ſie verbeigen. Doch erholen ſich die verbiſſenen Pflanzen gewöhnlich wieder, wenn ſie Schutz und Ruhe erhalten, Froſt, Dürre und Hitze ſind vor- züglich den jungen Pflanzen oft verderblich. Am mehrſten lei- den jedoch die Buchenwälder gewöhnlich unter dem unvorſichti- gen Entblößen des Bodens, theils indem lichte Stellen gehauen werden, theils indem man nicht aufmerkſam genug iſt, den Bo- den mit einer hinreichenden HumuSſchicht bedeckt zu erhalten,
3, Der Ahorn, Acer. a) Der gemeine Ahorn, Acer pseu- doplatanus; b) der Spitßahorn, Acer platanoides; c) der kleine. deutſche Spißahorn(Maßholder, Maſſeller), Acex Can:pesire.
Dieſe Holzgattung- findet ſich nicht in reinen geſchloſſenen Beſtänden herrſchend in irgend einer Ausdehnung vor, ſondern nur unter andere Laubhölzer untergeſprengt. Sie ſcheint auch einen geſchloſſenen Stand unter ſich nicht zu'ertragen., ſondern den einzelnen zu verlangen. Der gemeine deutſche und Spiß:- ahorn. ſind gewöhnlich in Buchenwälder eingeſprengt, und lie-
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