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Grundriss der Färbekunst oder allgemeine theoretische und praktische Anleitung zur rationellen Ausübung der Wollen-, Seiden-, Baumwollen- und Leinenfärberey so wie der damit in Verbindung stehenden Kunst, Zeuge zu drucken und zu bleichen : nach physikalisch-chemischen Grundsätzen und als Leitfaden zu dem Unterrichte der inländischen Färber, Zeugdrucker und Bleicher ... / entworfen von Sigismund Friedrich Hermbstädt
Entstehung
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27
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27 Gehörs, jene durch das Orgatt des Geſichtes. Der EfF- fect von Beyden ſſimmt die Seele des Menſchen zu Em- pfinvungen, die einander ſehr analog ſind.

Anmerkung. Schon im Jahr 1725. äußerte P.'Caßtel(in ſeiner Schrift, Clavecin oculaire betitelt), die Idee zu einer Farbenmuſik; ein Gedanke, der von Krüger(im Hambur- giſchen Magazin x. B. 4. St.) und von Briſſon(in ſeinem Didtionaire de Phyſique) ſehr begünftigt wird; der aber frey- lich yon Mäairan(in den Memoires de Pacademie de Pa- xis 1737. Pag- 61.) für ein bloßes Spiel der Phantaſie er- Flärt wird,'aber demohngeachtet einer genauern und unpar- theiiſchen Prüfung werth iſt.

CG 2522:

Aus eben dem Gründe werden unſre Empfindun- gen, ſowoh! beym Anblick einzelner einfacher Farben, als beym Anblick einer nach beſtimmten Gradleitern ge- ordneten Zuſammenſtellung differenter Farden, auf eine eben ſo angenehme Art gereizt, als durch einzelne Töne und ganze Haraionien in der Muſik; ſo wie im Gegens- theil gewiſſe Farben, gleich den Mißtönen in der Mu- fik, die widerlichſten Eindräcke auf unſre Seele zu ma- <en vermögend ſind,

C- 53-

Sobald man daher anfangen wird, die Färbekunſt in pſychologiſcher Hinſicht mehr zu ſtudieren, wird ſie uns mit Reſultaten belohnen, die für jene Kunſt ein ganz neues Feld zur Erforſchung darbieten, das bis jeßt faſt noch gar nicht bearbeitet worden iſt. Daß auch Un- terſuchungen dieſer Art zur Vervollkommung der Färbe- Eunſt im Allgemeinen das Ihrige beytragen müſſen, be- darf keines weit hergeholten Beweiſes.