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Borrede. X1
Heerde ſcheeren, ob es gleich damals einen für dieſe Jahreszeit ſcharfen und durchdringen- den Froſt gab; wie es denn in der folgen- den Nacht ſogar ſchneyte, ohne daß daraus nachtheilige Folgen entſtanden wären. Die- ſes waren aber lauter Hämmel, die im fol- genden Frühlinge und Sommer ſtark und fett, im Herbſte aber an einen Schlächter verkauft wurden.
Ehe ich in dieſer Erzählung weiter gehe, muß ich folgende Anmerkung einſchalten 3 die Hämmel müſſen in der Winterfütterung gut ge- pflegt geweſen ſeyn, weil ſie ſonſt den Froſt nach der Schur nicht ſo gut würden ausgeſtanden haben, Wenn bey uns den ſo ſchlecht nach ge- wöhnlicher Art durchgewinterten Schaafen, bey oder bald nach der Schur, eben dergleichen wiederfahren ſollte, ſo würden ſie im Freyen bald erſtarren und ſterben. So begegnete es z. B. vor einigen Jahren einer großen, einige Mei- len von mir entfernten, Schöäferey, daß am Tage der Wollſchur im Maymonath kaltes Wetter einfiel. Die abgeſchornen Schaafe wur- den aufs freye Feld auf die Weide getrieben, Sie fiengen an zu erſtarren, und der Schäfer konnte nun den Schaafſtall mit den Schaafen zu ihrer Wiederbelebung nicht erreichen. Der Schöfereyherr mußte daher in Eil ſo viel Wa- gen aufbieten, als nur immer möglich war, um die erſtarrten, halbtodten Schaafe nach Hauſe fahren zu laſſen; w9obey es dennoch nicht verhin-
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