Teil eines Werkes 
4 (1785) Der Hausvater in systematischer Ordnung. 4
Entstehung
Seite
527
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Pflege und Erhalkung des Weins, 527

Weinhandlung der Stettiner berubst aber wohl häupt= ſächlich, außer den mäßigen Weinpreiten in der Güte der Weine ſelbſt, Denn da die Stettiner Schiffe uns mittelbar nach Frankreich, Spanien, Portugal und Italien'gehen, und daſelbſt ihre Weine laden, ſo kana man Hierans ſchon ein gutes Worurtheil für die Stets

iner Weine hernehmen, wenn die lange Erfahrung

ſelbſt für ſie nicht ſchon das Wort führete. Man erinnere ſich aus dein vorhergehenden, daß der Äbbe Rozieres die Holländer für-die' größten Weinbrauer in vor Welt angebe; Stettin hohſlt aber, wie nur ges ſagt worven, feinen Wein aus Holland. Welch ein

gut: s Vorurtheil?

Wir machen billig einen Unterſchied unter'den ſogenannten Tiſch- und ſiärfern Weinen,- Tiſchwein iſt-derjenige Wein,"den wir bey ver Mittagsmahlzeit in mehrerer Maaße trinfen und trinken können, info» fern er nicht zu ſtark oder zu hißig iſt. Dieſerhalb ſind'die meiſten Franzweine mehr, als der'Ungariſche Wein, und andere iynen nahe kommenden Weine, bey Tiſche zu gebräuchen, wie es quch wirklichvon denje- nigen zu geſchehen pflegt, welche das Diätetiſche der Nahrungsmittel"nichtbey Seite ſeßen. wollen/ und ſich an den Wein ſchon'zu ſehr gewöhnet haben. Ju fert ſchreibt über den Gebrauch des Weins von-uns Niederdeutſchen a!ſo: Der Wein ſcheint nicht für die nordlichen Bewohner Deutſchlands beſtimmt zu feyn, als für welche der Branntewein und die ſtarken Biere weit ſchickflichere Getränfe ſind. Am widerwärtigſtetn ſind uns diefremden, hiBßigen, ölichten Weine, Zuträgli cher ſind uns freylich wohlunſere guten Franfen- Rheina Moſel- und Nekarweine. Aber doch ſollten ſelbſt die- ſe Weine, wie auch die Franzöſiſchen rothen Weine, uns nur zur Arzney dienen. Als Tiſchweine ſind ſte jeßt uns darum nothwendig geworden, weil man ſich bey

uns