Teil eines Werkes 
4 (1785) Der Hausvater in systematischer Ordnung. 4
Entstehung
Seite
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Getwürz- und Handelskrätter, 57 1) Majoran, Mayran.

Man trheilet dieſes Kraut in den Sommer- oder Wintermajoran- Der Sommermajoran iſt der ge- wöhnlichſte, und man erlangt den Saamen aus den warmen Ländern, Dieſer wird zu Ende des Aprils oder Anfangs May in ein durc) guten Dünger fett ge- machtes, gegrabenes, nachher eingetretenes und mit ver Harke überzogenes Land, weil er nur ſehr flach kie- gen darf, oben aufgeſäet und ſodann eingeharket. Er Fann auch in'das nach dem Umgraben geharfte Land geſäet, dieſes aber ſodann mit einem ſeichten Pritſch- ho!ze gerade geſchlagen werden. Hr. Reichard will, man folle das beſäete Land über und über mit kleinem verfaultem Pferdemiſt ganz flach beſtreuen, wodurd) die Erde feucht erhalten, und der keimende Saame vor Regen vnd Würmer geſichert wird. Da die Pflan- zen ein feuchtes Erdreich tieben, ſoll man ſolche mit der Gießkanne öfters zur Abendzeit überſprengen» Wenn ſie eines Fingers lang erwachſen, werden ſie eis nen Fuß weit von einander verpflanzet, und man fann füulich zwo bis drey Pflänzchen in ein eod; ſtecken, und ſie hierauf ſogleich begießen. Man kann einen Theil auf dem Saarbeete ſtehen laſſen, nachdem die überflüſ- ſigen zum Verpfianzen ausgezogen worden. Wer Miſt- beete hat, fann den Saamen ſo früh in ſeibige aus= ſäen, daß die Pflanzen ſchon im Anfange des May» monats zum Verſetzen tüchtig find, IBenn ſie etwa ſechs Zoll hoch gewachſen, werden ſie zum erſtenmal, und gegen den Herbſt zum andernmal abgeſchnitten. Dep Winermajor an, der auch den Winter hin- durch wine Blätter behält, hat viel höhere und hol- zichte Stängel, und dauert viele Jahre, wenn er in Töpfen und in leichter, guter Erve unkerhalten, und den Winter über in ein gemeines Glashaus, oder einen 5 Keller