20 Erſtes Kapitel,
die Ränder der Glocke berühret, damit die Ranken unter ſelbiger hervorlaufen können,
1 5) Man hat ſtatt der Glocken ezeölte Papier- decken erfunden, welche man über die Pflanzen auss- ſpannt, Man klebet einige Bogen von ſtarfem, aber nicht zu dunkelfarbenem Papiere dicht an einander, daß man ſie über die zu gebrauchende Rähme ausbrä&iten föns ne. Dieſe befeſtiget man an dem Rande, und beſtreichet ſie mit Leinöl, welches bald abtrocknet. Es muß aud) aller Geſtank vergangen ſeyn; ehe man die papiernen Rähme über die Pflanzen leget, weil ſieaußerdem Schadenleiden.
16) Das ZDeſchneiden der Pflanzen, wenn ſie in vollem Wachsthume ſtehen, muß nicht verabſäu- met werden. Das Wegnehmen der unnüßen Pflan- zen ſtärfet die fruchttragenden, und verurſachet, daß die Früchte eher anſeßen, gewiſſer bleiben und voll- Fommner werden. Dieſes geſchiehet zum erſtenmale, wenn die Pflanzen nach dem leßten Umſeßen ſtark ge- nug bewurzelt ſind, und nach) der Gärtnerſprache den zwoken Knoten angeſeßet haben. Man kneipet als» dann mit dem Finger und Nagel des Daumens den Trieb über dem zweyten Blatte, und zugleich die bey- den Saamenblätter ab. Das Apkneipen iſt beſſer, als das Abſchneiden, indem die Wunde eher verwächſet.
17) Sobald der abgekürzte Stängel Nebenzwei- ge freibet, fneipet man aud) dieſe über dem zweyten Auge ab, und wiederhohlet dieſes bey allen ſich zeigen» den Ranken, bis ſich) junge Früchte, oder die weibli« <en Blüchen zeigen. Einige kneipen über dem erſten Auge, und laſſen jedesmal nur ein Auge ſtehen, wo- durch aber der Saft und deſſen Bewegung leichter Schaden leidet,
1 8) An dem Hauptſtamme läßt man nur zween Ranfen; alle übrigen, welche hervortreiben, muß man wegnehmen, weil es nur Waſſerxeiſer ſind, und den
guten
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