Teil eines Werkes 
2 (1784) Der Hausvater in systematischer Ordnung. 2
Entstehung
Seite
798
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298:--'"Sechstes Kapitel;

Seitdem dieſe Frucht von mir und Andern in ffentlichen Blättern angeprieſen worden, hat man an- gefangen, ſie auch in Sachſen und andern Ländern zu. eſſen,» Da.ihr nun aber hiemit mehrere Liebhaber verſchafft worden. ſo. wird ſie jeßt mehr als jemals im Felde aufgeſucht;z allein zu ihrem Nachtheil, Denn

da nun eine ſo couraute Waare daraus geworden, und

was damit zu gewinnen iſt, ſo wird ihr nicht mehr Zeit zum Reiſwerden gelaſſen. Die Schwadenverkäu- fer ſchlagen ſie ſo frühzeitig, daß ſie nach dem Stam- pfen, oder Ausmachen, feine gelbe, ſondern eine graue Farbe hat. Jm Kochen und Anſehen, auch Geſchma-

&e beym Tiſche fällt die unreife Schwade ſchlecht aus. Sie wird nicht weich, ſondern bleibt gleichſam rauh;

ſie ſchmeckt weniger gut, und ſieht röthlicht und eckel- Hafi in der Schüſſel aus, wenn ſie ſchon mit purer Milch gefocht iſt worden, Recht reif gewordene<wa-

De fieht, wenn ſie noch ungefocht iſt, ſchön gelb aus,

und wenn ſie mit Mild) gekocht iſt, ſo iſt ſie weiß, wie Schnee. Auch. vermißt man bey der nicht recht

reif gewordenen Schwade eine Haupteigenſchaft, die Hewiſſen Mägen ſo behaglich lſt. Denn es ſind Viele, denen Milchſpeiſen Lieblingsſpeiſen ſind, aber ſolche

nicht eſſen dürfen, weil ſie ihnen Durchfälle erregen,

auch die Säure im Magen vermehren, Dieſes hat

man nun von der mit Milch gekochten wohl reif ges wordenen Schwade im geringlien nicht zu befürchten. Sie hält gelinde an, ohne zu verſtopfen, und erregt gar feine Säure im Magen, oder vermehrer ſie nicht, wo welche vorhandc:1 iſt, dergleichen doch von allen ans dern Milchſpeiſen be Vielen geſchiehet. Sol!te uns dieſes aber nicht zu dem Entſchluß bringen, eine bis- Her bey uns nur wild gewachſene ſo herrliche Frucht, unſer Manna, forthin ſelbſt zu erbauen?

Daß