Teil eines Werkes 
2 (1784) Der Hausvater in systematischer Ordnung. 2
Entstehung
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Das Säen, IT

oder in Blumentöpfe, wartet ihrer mit Begieſſen, und ſieht, wie viel Körner davon aufgehen. Finder es ſich nun, daß die Hälfte, der dritte oder vierte Theil nur, hervorkömmt, ſo hat man ſich im Säen darnach zu richten. Man kann auch Reichbards Probe vornehmen, welcher will, man ſolle eine Zahl Körner anfeuchten, ſie mit naſſer Erde vermengen, und darauf beydes zuſammen in einen leinenen Lap- pez einbinden, und hinter dem Ofen anhängen. Man muß ihn aber hierauf wieder einigemal ins Waſſer ſte- &en, und ſodann nachſehen, wie viel Körner gekei- met haben.|

Als vor 10 Jahren die überflüſſige'Näſſe die Aerndten verdarb, und ſo viele Aerwirthe in der Mothwendigkeit waren, aus entfernten Ländern Brod und Saatkorn ſic) fommen zu laſſen, ſo verunglückten ſie damit dermaſſen, daß kaum die Hälfte der Aus- ſaat davon aufgieng. Wielen ward vermiſchte Ger- ſte, große und kleine, in die Hände geſpielet, welche weder zu gleicher Zeit aufgehen noch reif werden konn- te. Hätten nun dieſe betrogenen Wirthe eine der vor» gedachten Proben des Saamens vorgenommen, oder davon gewußt, ſo hätten ſie damit einem großen, aus untüchtigem Saamen entſtandenen, Verluſt zuvorkom» men fönnen,

B. Die Sqaatzeit.

Es liegt ſehr viel daran, daß, wenn das Getray- de nach"Wunſche gerathen ſoll, jede Getraydeart zu rechter Zeit eingoſäet werde. Nun kann man wohl nach dem Kalender dieſe Zeit nicht für jede Gegend pünktlich anſeßen, weil der Witterungslauf dabey mit zu Rathe gezogen werden muß; immittelſt hat man doch in Niederdeutſchland vornehmlich das Ohngeſähre

der