4. Erſtes Kapitel.
viel zuſammen zu bringen, daß man bey ſich vorerſt nur mit einem kleinen Maaß ſolcher Körner den Ver« ſuch nachmache, und hiervon den Erfolg erwarte. Man darf das Einſammeln nur belobter Aehren blos Kindern, oder alten zu ſonſt nichts mehr vermögen» den Weibern, auftragen 3; und obſchon der obgerühms- te Vortheil nicht ſo groß ausfallen ſollte, ſo iſt doch der unausbleiblich, daß man reines auserleſenes Saat- korn zuſammengebracht hat. Beym Winterwaizen habe ich ſchon, wiewohl in andrer Abſicht, das Näme- liche gethan, da ich die hin und wieder vorgefundenen Aehyren mit langen Grannen oder Bärten ausgeſucht, und den Saamen davon auf niedrigen naſſen Boden ausgeſäet, da ſich dann gefunden, daß dieſer ſo ge- nannte Bartwaizen in naſſen oder ſchla>richten Wins» tern beſſer, als der nicht bärtige, durchgekommen,
2) Es iſt ſehr vortheilhaft, von dem zur Saat gedroſchenen Getreyde nur allein den Vor- ſprung zum Saamen auszuwählen.
- Diejenigen Körner, welche beym Werfen oder Wurfeln zum Reinemachen in der Scheune am weis feſten fliegen, werden der Vorſprung, oder Forder« wurf, genennt. Sie ſind dieſerhalb die allerſchwer- ſten und vollſtändigſten, weßhalb ſie auch zum Kei- men und Beſto>en die meiſte Kraſt beſiven. So iſt auch der Vorſprung reiner, als der Hinterwurf, ob ex es ſchon nicht in der Maaſſe iſt, daß nicht die ſchwer- ſten Unkrautsfaamen auch mit die förderſten ſeyn ſoll ten. Jmmitteeſt ſind ſie doch die wenigſten, da die meiſten,derſelben im Hinterwurfe bleiben.
In gleicher Abſicht iſt es gar nicht übel gethan, daß manche auf Genauigkeit haltende AFerwirthe vor-
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