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22. Zuſ. Heißt man alſo Zuſtand eines Koͤr⸗ pers, die Ruhe wenn er ſich nicht bewegt, Rich⸗ tung und Geſchwindigkeit, wenn er ſich bewegt, ſo finden wir, daß wir ohne Anwendung einiger Gewalt, den Zuſtand eines Koͤrpers nicht aͤndern koͤnnen, und nehmen alſo dieſes fuͤr das Merkmahl an daran wir Koͤrper erkennen. Eine Erſcheinung die wir vor uns wegtreiben koͤnnten, ohne dabey zu empfinden, daß wir die geringſte Gewalt anwendeten, wuͤrden wir fuͤr nichts koͤrperliches halten. Selbſt fuͤr ein Geſpenſt wuͤrde ſie uns zu zart ſeyn, denn Geſpenſter ſollen ja manchmahl gefuͤhlet werden.
23. Zuſ. Es ſieht alſo wenigſtens ſo aus, als ob in dem Koͤrper etwas waͤre, das ſihn in dem Zu⸗ ſtande in dem er iſt zu erhalten ſtrebte und jeder Bemuͤhung ihn aus dieſen Zuſtand zu bringen hinderlich fiele, und den Zuſtand nicht eher bis es uͤberwunden iſt, aͤndern lieſſe. Dieſes kann man die Traͤgheit(inertiam, vim inertiae) nennen. Daß ſich eine ſolche Erſcheinung in den Koͤrpern ereignet, iſt ſo gewiß, ſo gewiß es iſt, daß es uns ausſieht als drehte ſich der Himmel um uns wie eine hohle Kugel. Der Nahme Traͤgheit laͤßt ſich alſo gewiß mit eben ſo viel Rechte brauchen, als die Vorſtellung der hohlen Himmelskugel. Aber wuͤrklich ſo was anzunehmen, und ſolches noch dazu Kraft zu nennen, dazu ſind wir ſo we⸗ nig berechtiget als die wirkliche Umdrehung des Himmels zu behaupten. Dieſe ſogenannte Kraft, hat vieles, das ſelbſt die fuͤr wunderbar und von
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