Teil eines Werkes 
Theil 4 : Abth. 1 (1766) Anfangsgründe der höhern Mechanik welche von der Bewegung fester Körper besonders die praktischen Lehren enthalten / abgefasst von Abraham Gotthelf Kästner
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19. Anm. Man kann ſich eine krumme Linie vorſtel⸗ len, deren Abſeiſſe=s; ihre Ordinate=v hieſſe. So findet man hier die Ordinate t, einer andern krummen Li⸗ nie, fuͤr eben die Abſciſſes; dieſe Linien heißt man ſcalas, jene velocitatum, dieſe temporum, und die Aufgabe lehrt alſo eine aus der andern finden, d. i. wenn jene ge⸗ geben iſt, jede Ordinate der andern finden, die zu einer gegebenen Abſciſſe der erſten gehoͤrt. Fuͤr n=- 2 ware die ſcala velocitatum eine Hyperbel vom dritten Grade, wie An. d. Un. 115 und die ſcala temporum eine cubiſche Para⸗ bel. In aͤltern Schriften z. E. Hermanns Phoronomie, ſind dieſe Linien ſehr gebraucht, deren wirkliche Verzeich⸗ nung meiſtens entbehrlich iſt.

20. Anm. Bisher habe ich Bewegungen betrachtet, oh⸗ ne mich um die Kraͤfte zu bekuͤmmern, durch welche ſie verurſacht werden. Dieſe Betrachtung kann man zur Pho⸗ ronomie rechnen, ſo wie in der Dynamit die Kraͤfte ſelbſt mit in Erwaͤgung gezogen werden.

II. Cap. von der Traͤgheit.

21. Erf. Wenn wir einen Koͤrper der ſtill zu liegen ſcheinet nur auf einer wagrechten Ebene fort⸗ ſchieben wollen, ſo fuͤhlen wir daß Gewalt dazu noͤthig iſt, und ſagen in dieſem Verſtande er wie⸗ derſtehe uns. Dieſer Wiederſtand ruͤhrt nicht von der Schwere her, die uns nur hinderlich ſeyn kann wenn wir ihn heben(Stat. 3). Eben ſo brauchen wir Gewalt einen Koͤrper der ſich bewegt, aus ſeiner Richtung zu bringen, ſeine Bewegung zu beſchleunigen, oder zu vermindern.

22. Zuſ.