Teil eines Werkes 
3Encyklopädische Ansichten einiger Zweige der Gelehrsamkeit : Theil 1 (1809) Vermischte Schriften über staatswissenschaftliche, philosophische und andere wissenschaftliche Gegenstände. 3
Entstehung
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neue Sprache aus zwei oder mehrern Sprachen zuſammengeſchmolzen iſt.

Woher denn aber die Aehnlichkeit zwi⸗ ſchen allen Sprachen, der perſiſchen und hebraͤiſchen, griechiſchen, lateiniſchen und deutſchen ꝛc.? Vater z. B., Bruder, Schweſter ſind Worte, die in vielen neuern, und mehrern alten gleichklingen, und gleiche Bedeutungen haben. Auch die Regeln der Grammatik ſtimmen uͤber⸗ all ſo, daß man die Grammatik des einen Volks ſehr leicht auf die Sprache des an⸗ dern anwenden kann.

Alle Sprachen ſind doch durch daſſelbe Werkzeug, den Mund, der in ſeinen Toͤ⸗ nen begraͤnzt, und ungefaͤhr auf 30 Laute eingeſchraͤnkt iſt, durch dieſelbe Kuͤnſt⸗ lerin, die Vernunft, die allenthalben ih⸗ ren eignen, unabaͤnderlichen Geſetzen fol⸗ gen muß, auf dieſelben Veranlaſſungen, zu einerlei Zweck, und unter ſehr aͤhnli⸗ chen Umſtaͤnden erfunden, und gebildet worden. Es mußte alſo eine große Aehnlichkeit in der Materie, und eine noch groͤßere in der Form der Sprache, in den Woͤrtern und der Grammatik, ſtatt finden.