Teil eines Werkes 
3Encyklopädische Ansichten einiger Zweige der Gelehrsamkeit : Theil 1 (1809) Vermischte Schriften über staatswissenschaftliche, philosophische und andere wissenschaftliche Gegenstände. 3
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen

37

Wie aber die Menſchen dazu gekom⸗ men ſind, dieſe oder jene beſtimmte Sache, ſo und nicht anders zu nennen, lohnt ſchwerlich der Muͤhe des Unterſuchens. Soviel iſt gewiß, daß

1) Individueller Dinge Benennungen generaliſirt ſind.

2) Fuͤr abſtrakte Begriffe, und intel⸗ lektuelle Dinge hat man Benennungen ſinnlicher Sachen und Handlungen, und Verhaͤltniſſe entlehnt. Z. E. Vernunft, von vernehmen, Begriffe, von begreifen, und greifen, Vorſatz von ſetzen, und Ent⸗ ſchluß von ſchließen. De Brosses in ſei⸗ nem bekannten Werke Traité de la formation méchanique des langues et des principes physiques de l'étymologie hat den Grundſatz aufgeſtellt, daß, da die Zunge ſich beſtrebe, der Bewegung eines Gegenſtandes aͤhnlich zu ſeyn, auch das hoͤrbare Zeichen fuͤr dieſen Gegenſtand, der Ton ihm aͤhnlich geworden waͤre. So habe die Bewegung, welche die Zunge habe machen muͤſſen, um ſluere, fließen, fluid, glatt zu ſagen, mit der Bewegung der dadurch bezeichneten Gegenſtaͤnde Aehn⸗ lichkeit. Eben ſo Donner, tonitru, geouru, Sturz, Schleichen ꝛc.