Teil eines Werkes 
3Encyklopädische Ansichten einiger Zweige der Gelehrsamkeit : Theil 1 (1809) Vermischte Schriften über staatswissenschaftliche, philosophische und andere wissenschaftliche Gegenstände. 3
Entstehung
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druͤckt ſich aus in Stellung, Haltung, Bewegung der Gliedmaßen. 4 c) Mienen. Noch ausdrucksvoller und verſtaͤndlicher iſt das verraͤtheriſche Spiel der Mienen. Alle Bewegungen der Seele ſcheinen ſich in ihnen nachzuziehen, den ganzen Charakter darin abzudruͤcken. Und wenn auch der Heuchler einen ganz andern Sinn in ſeine Mienen legt, als den in ihm herrſchenden, ſo iſt doch, ſo oft er ſich abſpannt, und ſich ſelbſt uͤber⸗ laͤßt, das Spiel der Mienen und Geſin⸗ nungen harmoniſch. Die Saite nun, die in ſeiner Seele am oͤfterſten toͤnt, wird allerdings auch in den Mienen eine Dis poſition zu aͤhnlichen Schwingungen her vorbringen, die, ſo oft als die Seele in Ruhe iſt, und er ſeine Verſtellungskunſt vergeſſen hat, nachtoͤnen, und uns das Geheimniß verrathen, das er ſo gerne ver bergen moͤchte. Hierauf hat man die Phyſiognomik gegruͤndet, eine Kunſt, von der ſchon zu Sokrates Zeiten Profeſſion gemacht wurde, aber noch niemanden iſt dieſe Kunſt vollkommen gegluͤckt. Ganz anders iſt es mit der Pathognomik, d. h. der Kunſt, aus den Mienen den jetzigen Zuſtand der Seele zu errathen.