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von der Spreu gereinigt. Was ſie uns an Kenntniſſen raubt, das erſetzt ſie uns an Einſichten. Sie raͤumt vor uns auf, entkraͤftet verjaͤhrte Meinungen, entlarvt Luͤgen, wirft Vorurtheile zu Boden, ſetzt uns ins Klare, und wo ſie uns in Unge⸗ wißheit laͤßt, ſichert ſie uns doch vor Be⸗ trug, und haͤlt den Irrthum von uns ab. So oft ſie den Glauben erſchuͤttert, iſt es, um ihn in Freiheit zu ſetzen. Zweifel iſt die Morgenroͤthe der Wahrheit, die die Wolken bricht, und die erſten Strahlen des reinen, unverfaͤlſchten Lichtes zu uns herablenkt.
III. Der Werth der Wiſſeenſchaften
iſt entweder ſubjektiv, oder objektiv. Der
ſubjektive Werth haͤngt ab vom Einfluſſe der Kenntniſſe auf das Gemuͤth ihres Verehrers. Der Grad, in welchem ſie meine Kraͤfte und Faͤhigkeiten entwickelt, meine Talente hervorzieht, uͤbt und ſtaͤrkt, meinen Charakter bildet und feſtſetzt, mei⸗ nen Geiſt naͤhrt, meine Aufklaͤrungen foͤr⸗ dert, meine Veredlung bewirkt, iſt das Maaß, nach welchem ich ihren innern und ſubjektiven Werth beſtimme. Der objektive beruht auf der mannigfalti⸗ gen Anwendung, auf dem wichtigen, un⸗


