Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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2) Waſſerbenedictenkraut, Waſ:

. ſergenm, Wieſentgaraſſel, Geum ri-

vale L., Caryophyllata aquatica, Pea: terland: Europa, auf etwas feuchten Wieſen. Wurzel: dic>, fleiſchig, mit zahlreichen Faſern. Blärter: groß, leyer- förmig, haarig, lang geſtielt, Dientel: aufrecht; mit einzelnen Blättern an den Gelentfen, welche aus etwa 3 Lappen beſte- hen, und ungeſtielt ſind. MSlumen: überhängend, purpurroth. Srüchte: länglich, mit fedrigen gedrehten Grannen,

Abarten: a, mit rotben, b) mit großen gelben Simmen. Außer die-

ſen giebt es noch andere in der Größe der

Pflanze, und der Größe oder Rundung

der Blätter u, ſ, w, unterſchiedene Ab-.

arten,

Die Wurzel har, wie die ganze Pflan- ze, feinen beſondern Geruch, doch ſchmeckt die erſtere etwas herbe und zuſammenzie- bend. Jn Neujork ſammeln, nach Kalms Berichte, die Wilden und Europäer dieſe Wurzel, und ſtoßen ſie zu Pulver. Die- ſes kochen einige in Waſſer, bis ein ziemli- <er Saft daraus wird z, andere gießen nur kaltes Waſſer darauf, und laſſen es einige Tage ſtehen, noch andere vermiſchen es mit Branndtwein, Won dieſer Arzney nimmt der Kranke an dem Tage, da ſich das Fieber einſtellt, des Morgens frühe ein Spikglas voll, und dieſes Mitrel ſoll ſicherer und zuverläßiger als Chinarinde ſeyn. Durch dieſen Bericht iſt der Schwe- diſche Arzt, Bergius, veranlaßt worden, dieſe Wurzel vor der Blüchzeit zu ſammeln, zu kroFnen, und Verſuche damit.anzuſtel- len, welche au nach Wunſche ausgefal- len ſind, Man kann, nach deſſen Berich- ce, ſolche ohne alle Gefahr innerlich gebrau- <hen, und, wenn der Körper zuvor gerei- niger, und zubereitet worden, die Wech«

Benedict

ſeifieber ſicher damit vertreiben. Sonder- lich lobt derſelbe das Pulver mit dem Tar- taro folubili verſeßet, und das aus der Wurzel bereitete Extract, Doch iſt dieſes Mittel zuweilen unkräftig geweſen, und man hat ſeine Zufiucht zu der Chinarinde nehmen müſſen, Ferner hat Bergius die-

ſe Wurzel bey anhaltenden Durchfällen,

bey dem Blutfluſſe der Gebährmutter, bey allzu häufiger güldner-Ader und Magenbe- fchwerung nüßlich befunden. Sie iſt, überhaupt betrachtet, ein ſtärfendes, oder zuſammenziehendes Mittel,

3) Virginiſches Benedicten- Fraur, Virginiſches Geum, Geum Virginianum. Watrerland: Virginien, Sibirien, Stengel: aufrecht, heilt fich in einige wenige kleine Stiele, etwa IF. hoh, MAlärter: unten dreyfach, oben einfoh, ZDlymetn: auf den an den obern Theilen der Pflanze entſpringenden Stielen, einzeln, klein, weiß, überhänse gend, Srüchrte: Fuglig, mit nackten, hafenförmigen Grannen, Dieſes iſt ver- muthlich diejenige Pflanze, welche Hr, dining in den Schriften der Evinvurgiſchen Aerzte unter dem Namen Anthelmia an«= geführt, und gemeldet har, daß ſolche bey den Jndianern für ein bewährtes Mittel wider die Würmer gehalten werde. Die Wurzel wird entweder abgekocht, oder das Pulver davon gebraucht, und ein Tropfen Rauten- oder Wermuthöl beygemiſcht, Ben dem Pulver giebt man 10-- 12 Graz nen, und zu dem Tranke nimmt man einen Scrupel, bey Kindern von 3 Jahren, In größerer Menge gebrauchet, ſoll Schwin- del und in den Augen ein beſonderer Schmerz dadurch erregt werden,

4) ZergbenedictFraur, Bets geum, Geum montanum L.. PDater- 18130; die Schweiz, Oeſterreich, Schle-

: ſien,

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