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gebraucht wird, daß man die ſubtilen Thei- le der wohlriechenden Blumen, als der Veilchen, Roſe, Orange, Hyacinthen,
Nelken, Mayblümc<hen u. dgl. m, heraus, ziehe, und dieſem Oele mittheile, wie denn
vas bekannte Jasminöl eben auf dieſe Weiſe bereitet wirdd Es werden uzämlich die Blumen, deren Geruch man dem Oele mik» theilen will, in einem gläſernen oder irde- nen Gefäße, welches oben weiter als unten iſt, auf Sieben, die von Pferdehaaren gemacht, und mit einem hölzernen Reifen eingefaßt ſind, geſtreuet, darüber aber
ſehr ſaubere Baumwolle gelegt, welche in
das Beenöl getunket oder eingetaucht wor- den iſt, und ſo bleiben die Blumen ohnge- fahr 4 Stunden liegen.. Alsdenn verwech-
ſelt man die Blumen mit friſchen, und be-,
hält eben dieſe Baumwolle. Wenn die Wolle den Geruch der Blumen genugſam in ſich gezogen und ihn an- und aufgenom- men hat, wird das Oel herausgedrückt,
' Einige pflegen au, anſtatt dieſes Dels,
nur Mandel- oder Baumöl, in welchem ſie etwas Benzoe auflöſen, zu nehmenz weil aber dieſe, Oele leicht ſchimmeln, auch niche ſo fein ſind, als Beenöl, und daher die Stärke vom Geruche nicht an ſich neh- men, ſs kann man eben hierdurch den Be- trug entdefen. Doch iſt noch eine andere Art, dieſem Oele einen Geruch beyzubrin- gen, wenn man die Blume:, z. E. Jas: min, in Beenöl wirft, und ihren Geruch an der Sonne ausziehen läßt. Ueberdies wird aus dem Del und Wachs ein ſo ge- nanntes Corpus pro balſamo verfertiget, aus welchem man, durch Hinzuthuung
deſtillirker Dele, allerley Balſam machen
kann. Der innerliche Gebrauch dieſes Oels iſt ſelten, Aeußerlich aber hilft es wider die Flecken und Narben der Haut,
Behettt
ſonderlich wider diejenigen, welche von den Blattern verurſacht worden ſind. Ia den Apotheken hat man ferner zw Wurzeln, welche unter dem Namen Be- hen, nämlich die weiße und rorhe e« benwurzel, verfauft werden, Site wer- den aber nicht von dem vorhin gedachten ausländiſchen Baume genommen, und hae- ben bey den heutigen Aerzten nur einen ſels« tenen oder gar keinen Gebrauch, Stcatt der ächten weißen Behenwurzel aus Kleine aſien werden, wenn ſie in den Apotheken veriangt wird, gemeiniglich die Wurzeln von dem Cucubalus-Behen, ausgegeben. 1) Das gemeine weiße Beben, ſonſt auc) weißer Widerſtoßs, Rern- traut, Schachttraurt, Schaumrög- lein, Gliedweich, Waideikraut, Spielgglätte, Spyßpettel, wildes Seifenkraut, genannt, Behen album oflic. Lychnis. ſylveſtris, Cucubalus-Be« hen L. Waterland: das nördliche Eu- ropa, auf tronen Wieſen, Trijcen und ähnlichen Pläßen in und um die Cichen« und Fichtenwälder- Crentel: aus einer dien knollichten Wurzel etwa 2 F. lang, zahlreich. MPlätter: länglicht- ſpitig, am Rande ganz und paarweiſe einander ges gen über geſeßt, bisweilen an dem Sten- gel ganz ſchmal und ſpißig, gemeiniglich glatt und gleichſam gepudert, zuweilen auch rauchliche. Die Blumenſtiele kom- men aus dem Stengel, davon einer in
der Mitte eine einzige, die andern an den-
Seiten mehrere Blumen tragen. ly» men: weiß, die Kelche faſt kuglich, glatt, und neßförmig- adrig, die Blumenkronen faſt nackt. Rapfſeln: dreyfächrig. Eine umherſchweifende Pflanze, die ſich nicht leicht. wieder vertilgen läßt, und von wel- cher man, wenn ſie nicht zum arzneyiſchen
Gebrauch


