Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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Bedach

falle wohlgebrannte Ziegel, welche der Luft, der Näſſe und dem Froſte widerſtehen. Denn nimmt man zu dieſem Ziegelmehle übelgebrannte Ziegel(man kann bey den Ziegeleyen, oder anderswo, die zerbroche- nen Stücken hiezu nehmen), ſo kann der Mörtel nicht die Cigenſchaft erhalten, die Steine wohl zu verbinden, und dem Waſ- ſer und dem Froſte in freyer Luſt zu widey- ſtehen.

Man wählet aber hiezu den ſtärkſten und beſten Kalk, der zu finden iſt, mit dem erforderlichen Zuſaße von Ziegelmehle, Wenn man Schmiedeſchla>en haben kann, ſo ſtößt und ſiebet man ſie, und vermiſcht ſie zur Hälfte oder zum dritten Theile mit Ziegelmehle 3; und alsdann wird der Mör- tel deſto zuverläßiger- Es befördert aber die Dauerhaftigkeit gar ſehr, wenn dieſer Mörtel, nachdem er in und auf den Fugen wohl troen geworden, mit warmen Theer überſtrichen wird 3 und dieſes kann man auch mit dem ganzen Ziegeldache thun, zumal wenn die Steine nicht gut gebrannt ſind, und dazu eine Theerbürſte mit einem langen Stiele behutſam gebrauchen, damit die Dachziegel nicht aus ihrer Lage verrückt werden» Will man inwendig unter dem Dache die kleinen Oeffnungen zwiſchen den Steinen mit einem mit Heide(Werrig oder Werg) oder Hanf vermiſchten Mörtel ausſtreichen, ſo iſt das Dach, inſonderheit bey Sturmwetter, deſto geſicherter.

- An ſolchen Orten, wo dazu dienliche Flieſen oder Schieferſteine gefunden wer- den, könnten jähe oder ſteile Dächer mit Zrettern und Birkenrinde gedeckt werden, nur daß man die leßtere mit kleinen Gips- nägeln feſte nagelt, die Steine aber nach einer gewiſſen Breite aushauet, domit ſie dichte neben einander auf der Birkenrinde liegen fönnen, Unten beym Fuße des

Bedeckt 817

Daches ſchlägt man alsdann über eine je- de Sparre ſtarke eiſerne Haken vor die ſchmalen und getheerten Latten, gegen wel- che die Steine ruhen. Sobald man aber merkt, daß diefe Latten anfangen zu faulen, fo müſſen an ihrer Stelle neue getegt wer» den, Dergleichen Dächer ſind ebenfalls weder künſtlich, noch koſtbar; gleichwohl fann man ſich auf ihre Dauer ziemlich ver» laſſen.

Da vorhin eines Mörtels von Kalk, Ziegelmehle und Hammerſchlag gedacht worden, und es ſich zutragen könnte, daß irgendswo leßtere Zuthaten nicht zu haben

wären, ſo muß doch dafür geſorgt werden,

daß die gemeine Art, den Mörtel zu be- reiten, gut geſchehe. Wenn der Kalk ſtark und fett iſt, ſo werden dazu zween Theile Sand erfordertz iſt er aber ſchwächer oder magerer, fo nimmt man dazu weniger Sand, Man probiert ihn mit der Mauer» kelle; bleibt nämlich der Mauerkalk daran feſt hängen, ſo ilt er zu fett, und kann folglich noey mehr Sand vertragenz fällt er hingegen von der Kelle ſogleich ab, alſo, daß nichts daran hängen bleibt, ſos muß mehr Kalk zugeſeßt werden; läßt die Kelle ihn aber eben oder mäßig fahren, ſo ilt ex recht und hält die Probe.

Bedecken, heißt bey der Jägerey, wenn der Saufinder eine Sau findet, und die Hunde ſelbige anpacken. Einige Ju ger verſtehen and) durch dieſes Wort das Brunften der Hirſche mit den Thieren, Auch wird dieſes Wort hie und da von Hauschieren gebraucht; ſ. Deletzen,

Bedeckt, wird von einem Kaußman» ne, der Bankerott gemacht, geſagt, wenn er, zum Nachtheil feiner Gläubiger, einen guten Theil ſeiner Waaren vorher in Si- cherheit gebracht hat,

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