Ablader
ſen, welche gewendet werden Fann, wohin man will; darüber geht das Seil über Rollen, damit die Güter und Laſien ange- ſchlagen, in die Höhe gehoben, und von dem Wagen zu einem beliebigen Orte her- unter gelaſſen werden fönnenz und fann dieſe Arbeit, wenn die Maſchine gut ein- gerichtet iſt, von einem einzigen Manne verrichtet werden.
Ablader. So nennt man diejenigen Perſonen bey der Ackerwirthſchaft beſonders, welche zur Aerndftezeit das eingefahrne Ge- traide und Heu in den Scheunen und Heu- ſtällen an Ort und Stelle hinlegen müſſen, Jeder Wirth muß wiſſen, wie viel Men- ſchen zu Anfange und beym Fortgange des Einfahrens erfordert werden. Stellt er zu viele an, ſo macht er Müſſiagänger; ſtellt er zu wenig an, ſa wird entweder die Arbeit nicht gefördert, oder falſch gemacht, oder die deute werden verdroſſen und widerſpen« ſtig. Jm Anfange des Getraideeinfahrens werden weniger Leute gebraucht, weil ſetbi- ges unfen in den Täſſen oder Banſen ab- geladen wird, Je mehr aber Garben hin- ein» und daher immer mehr höher zu liegen fommen, daxnac) iſt deſto mehr die Zahl der feufe zu proportioniren. Mit dem Heu har es gleiche Bewandniß. Angehen- den Wirchen, wenn ſie kein ſchriftliches Verzeichniß oder ſichere mündliche Nach- richt vor ſich finden, iſt zu xarhen, daß ſie in ihren erſten Jahren ſelbſt zuſehen, oder durch einen Stellvertreter zuſehen laſſen, und die Dexter hemerkfen, wv die Zahl dey Ablader zunehmen oder verringert werden müſſe, da man zur Aerndfezeit mit ſeinen Zeuten ſehr bfonomiſch umzugehen Urſache hat, Unter den Abladern heißt derjenige, welcher die Garben neben einander und ſchichtweiſe einlegen oder einpacken nzuß,
Vet. Encyklopädie I, Theil,
Ablader 33
Danſenmeiſter, Haupttaſſer; dieſer muß ſtarf und arbeitſam genug ſeyn, um die Garben recht feſt neben und auf einan- der einzulegen. Wenn dieſes Teßtere un- ferbleibe, ſo Fann öfters der dritte oder vierte Theil weniger einFebanſet oder einge» faßt werden, wodurch in guten Jahren der Landwirth ſehr in Verlegenheit kommen fann, wenn er nicht weiß, wo ex. mit ſei- nem Gefraide unterfommen ſoll. Gemei- niglic) müſſen in großen Acferwirchſchaften bie Meyer, Hofmeiſter, Großknechte, auch wobl Gärtner, die Banſenmeiſter ſeyn, und müſſen ſich auf die Anſtellung der ihnen zugegebenen Ablader nicht nur verſtehen, ſondern ſte auch in der Thätigkeit" zu ere halten wiſſen, Eben dieſe Banfenmeiſter müſſen treu, ehrbar, von unbeſcholtener tebensarf und daher von ſolchem Anſehen ſeyn, daß ſie allerley Unfug unter den Ab- ladern, wenn beſonders beyderley Geſchiech- fer unfer einander ſeyn, und oben in den Scheunen und Heuſtällen, wo es finſter iſt, und die Finſterniß zur Bedecfung der Ausſchweifungen leicht gemißbraucht wer- den fann, verhindern. Dieſes iſt aber nicht allein von unzuläßigen Lieboghändeln zu verſtehen, ſondern auch von Zänkereyen oder rachſüchtigen Mißhandlungen, Def- ters verſchiebt ,es ein Ablader wider den andern, oder wider eine Abladerinn, die ihm einſt nicht zu Willen ſeyn wolien, oder wider welche er durch ſeine Geliebte aufge- bracht worden, bis zu dem Abladen hin, Wenn daher z. B. einer dem andern zu viel Garben über den Leib in der Geſchwin: digkeit, ins Geſicht, oder in den Rücken wirft, und hiemit entweder allein, oder in Vereinigung mit mehrern, der angefeinde- ten Perſon das Leben ſo ſauer niachen kann, daß Wehklagen, Zäufexeyen, Schläge- reyen und Dayonlaufen einer oder mehre-, E rer


