Abkämpf;
werden, ob die Hälſe auch nicht durchgerie-
ben und verwundert worden, um in Zeiten das Joch zu ändern oder auszupelſtern, Die Jochwunden heilen ſehr ſchwer; es entſtehen daraus um ſich her freſſende und eiternde Schäden, welche verurſachen, daß endlich gar die auf ſolche Art verwundeten Ochſen auf lange Zeit zum Ziehen unbrauch- bar gemacht werden. Denn wenn auch endlich die Jochwunden zuheilen, ſo muß man doch no<, um ſolche nicht wieder auf- zureißen, lange warten, ehe die Haut wie» der hart und dick genug worden, um das Joch wieder ertragen zu können z( ſiehe Joch.),
Abkfämwpfen, heißt, wenn die Brunft- oder Plaßhirſche, oder auch die alten Auer- hähne in der Falz die andern anfommen- den bey ihrem einmal gewöhnten Stande, abtreiben, wegſtoßen und wegbeißen, daß dieſe ſodann weichen und fortziehen müſſen,
, Entkappen, Ab- hauben, iſt ein Kunſtwort bey der Falk- nerey, und heißt, dem, mit einer ledernen Haube befappten, Falken dieſe Haube ab- nehmen, wenn derſeibe entweder ſtreichen oder freſſen ſoll;(ſ. SalkenLappe,.)
' Abkappen, heißt auch ſo viel, als die Stangen von Weiden, Rü- ſtern, Eſchen und andern Laubholzbäumen abhauen. Dieſes geſchieht zu Ende ,des Winters, wenn es damit zum Gebrauch als Nuß- oder Brennholz abgeſehen iſt, Wo man aber aus Heu- oder Futterman- gel, um des Laubes willen zur Viehfütte- rung, Rüſtern, Eſchen und andre Laub- bäume kappen muß, da geſchieht ſolches gemeiniglich erſt im September, doch fo, daß man lieber vorerſt die kleinern Aeſte und Zweige von den Hauptäſten abnimmt, auch wohl die abgehauenen, in Bündlein
Abklären 29
eingebundenen, Zweige zum Trocknen dar- an aufhängt, und endlich nach Ende des darauf folgenden Winters die Stangen, wenn ſte zu hoch oder zu dicf gewachſen ſind, als Brenn- oder Nußholz abkappet.
Abkauf, Abkaufcontrafkt, nennt man beym Pacht und Werpacht der Güter, wenn der Pachter entweder die auf einem Gute ſchon ſtehenden Gebäude dem Herrn für ein Billiges abfauft, oder mit deſſen Conſens ſich ſelbſt aufbauet 3 das Gut aber gegen einen gewiſſen Meyerzins auf eine lange Zeit pachtet, nach deren Verlauf ihm venn ſvl>fe Gebäude von dem Gutsherrn nach dermaligem Werthe bezahlt werden müſſen. Denn, obgleich dieſer Vertrag ſelbſt ein Abkauf genannt wird; ſo iſt doch ſolches nur von den Gebäuden, oder der Freyheit ſich anzubauen, zu verſtehen, und blos als ein Iiebenumſtand. anzuſehen, in- dem alles übrige mit den Bewandniſſen der Meyergüter faſt eine völlige Gleichheit hat,
Abfimmen, heißt bey den Böttchern ein Gefäß, das unten an den Dauben oder an der Kimme ſelbſt ſchadhaft gewor» den, ſo weit abſchneiden, und in den DaU» ben eine neue Kimme machen, wodurch der Boden des Gefäßes etwas höber ge- rückt, das Gefäß ſelbſt aber um ſo viel kleiner wird,
Bibklären, heißt in den Haushaltun» gen ſo viel, als gewiſſe Flüßigkeiten durc) allmäliches Abgießen, oder Ablaufenlaſſen, oder Durchſeihen, vom Bodenſaße oder den darunter befindlichen gröbern Theilen, abſondern. So haben wir z. B. abgekiär- ten Kaffee, abgeklarte Butter, abgeklär- tes Bier u, f w. Wenn-wir Bouteillen» bier auf Reiſen mitnehmen wollen, ſo wuür- de es durch das Fahren aufgerührt, getrübt, weniger gutſchmectend und gedeihlich wer-
DO 3' den,


