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Abfans
Abfangen, wenn bey einem Luſtjagen ein Hirſch angeſchoſſen iſt, daß er zwar ſiürzer, aber nicht verendet, d. i, todt iſt, ſo werden die guten und jagbbaren Hirſche, mit dem Hirſchfänger auf der Bruſt hinein, nam der Herzkammer zu, die geringern ober mit dem Meſſer oder Genzckfäntter, Hinter dem Gehörne, wo Kopf und Hals zuſammen gewachſen ſind, von oben Hinein in den Kopf geſtochen, wodurch ſie getödter werden. Auf die erſte Art werden auch wilde Schweine abgefangen, wenn ſte von den Hunden feſt gehalten werden.(Fang gehen.)
Abfangen, beißt auch noh, wenn die Jäger ihren Kameraden und Gränz- nachbaren mancherley Wildpret, welches ſich auf des Nachbars Grund und Boden, und beſonders au ven Gränzen befindet, wegfangen oder wegſchießen. Wey der Taubenzucht heißt dieſes, wenn einer des andern Tauben anlockt, daß ſie wo einflie- gen, und ſ eingeſperrt und behalten wer- Den.
Abfaſſen, wenn die Schmiede das- jenige Ende einer eiſernen Stange, wel- <es ſie beym Schmieden zum Theil umbie- gen wollen, in erforderlicher Länge vor dem Arnboß vorſtoßen, und an der Kante des feßtern umſchlagen.
Abfertigen, cin Schiff oder Fahr- zeug in ſegelfertigen Stand ſeßen,- und mit allem Benöchigten zur Ausjahrt auswy- Ken,
IAlbfertigen; f. Spedicen.
Abfinden, ZÄbfindung, beißt in den Rechten überhaupt, wenn einer dem andern in demjenigen, was er ihm recht- mäßiger Weiſe ſchuldig iſt, gehörige Ge- güge leiſtet. So wird z. B, eine Wittwe
Abfindh 19
abgeſunden, wenn ihr dasjenige, was ihr, nach den Landesgeſeßen, Statuten, oder aus einer gemachten Cheſtiffung, oder eie nem Teſtamente, gebühger, ausgemackt und angewieſen wird,
Die Abfinduntt beym Rücktritt von Zbegelöbniſſen geſchieht nicht über- all auf einerley Weiſe, Das allgemeine Landrecht für.die Preuß, Staaten beſtimme die Folgen eines ohne Grund genommene Rucktrices alſs: 2x) Wer ohne Grund die Erfüllung eines Ehegelöbnitſes beharrlich verweigert, oder ſich dazu außer Stand ſeßet3 der verliert die dem andern Theile gemachten Geſchenfe, muß die von dem- ſelben erhaltenen zurückgeben, und alle we- gen des Chegelöbniges. aufgewendete Ko- ſien erſeßen. 2) Iſt auf den Fall eines Rücktritts eine Conventionalſtrafe verabre- def; js muß dieſe nod) außerdem entrichtet werden, 3) Jſt keine Conyentionalſtrafe vocbedungen; ſo muß der Schuldige noch über die 9. 1, beſtimmte. Entſchädigung, den Unſchuldigen mit dem vierten Theile desjenigen, was in dem Ehegelöbniſſe oder in einem beſondern Chevertrage, als Mit- gabe, oder als Gegenvermächtniß, ausge« ſeßet worden, abfinden. 4) JK keine MMiütgabe oder Gegenvermächtniß vorbe« dungen, wohl aber deim Unſchuldigen, auf den Fall, wenn er den andern Überleben ſollte, eine gewiſſe in ſich beſtimmte Sym» me oder Sache zum Erbrheil verſchrieben wordenz ſo Fann derſeibe den vierten Theiß davon, als Abfindung, Fordern, 5) Sind nach Verſchiedenheit der Fälle verſchiedene Summen beſtinunk; ſo wird die Abfindung nad) der geringſten Summe gerechnet, 6) Kann der Zurückkretende die nach dieſen Vorſchriften dem andern Theil gebührende Abfindung aus eignen Mitteln nicht aufe bringen; fo ſind ſeine Aeltern, in ſofery
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