Abendſt
- Abendſtern, wird die Venus genannt, wenn ſie nach Sonnenuntergang über un- ſerm Horizonte ſichtbar iſt; ſ. Venus,
Abendvogel, Sphinx Linn.. Mie dieſem Namen bezeichnet man das ganze Geſchlecht derjenigen SE hmetterlinge, wel- he nur des Abends, oder in der Morgen- dämmerung herumfliegen, und ſich vor» züglich durch die dreye>igen oder prismati- ſchen Fühlhörner, welche in der Mitte am dickſten ſind, an beyden Enden aber dünner werden, und dur< niederhängende Flügel von den ſo genannfen Tagvögeln und Jacht- vögeln ſich unterſcheiden, Cie werden auch Pfeilſchwänze genannt, weil die Raupen, aus denen die Schmetterlinge dieſer Art entſtehen, einen langen ſpikigen Gortſaß, welcher wie ein Pfeil oder Horn geſtaltet iſt, auf dem After haben. Siehe Pfeilſchwanz, 2654
Abereſche,(|, Ebereſchenbaum,
Aberglaube, nimmt man in wirth» ſchaftlichen Dingen für ſolche Meynungen und Handlungen, welche allerhand falſche Säge von dex Natur der Dinge, dex Kör» per und Geiſter zum Grunde haben, denen man Wirkungen beylegt, die durch ihre bekannte Kräfte und nach ihrem Weſen nicht möglich ſind. Ja, man verdec>t oft aller- Hand Laſter mit ſolchen abergläubigen Mey- zungen. Der Urſprung dieſer abergläubi» gen Dinge iſt in der Unwiſſenheit der Na- fur- und Geiſterſehre der Alten zu ſuchen, Die Gelehrten ſind es, ſagt der berühmte Hr. D. Krünitz bey dieſem Artikel, wel- <e dieſen Aberglauben nach und nach be ſtreiten und ausrotfen ſollten, Ein dande prediger befand ſich einſtens mit einigen Dorfwirthen in Geſellſchaft, und kam auf den Aberglauben mancher Weiber zu ſpre- Hen, da ſie z. B. nach dem Abendgeläut .-. Pet. Encyklopädie, 1. Theil,
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feinem ihrer Nachbarn ein Brödt oder au- dre Speiſebedürſniſſe leihen; die Kälber an feinem andern Tage, als des Sonntags, abſeßen; eine Apt an die Schwelle der Hofchüren legen, um d&s am erſten Tage des Austreibens auf die Weide im Frühe jahre gehende Vieh darüber ſchreiten zu laſſen u,| f. Ein Bauer, der mehr. als die andern alle wiſſen wollte, fragte: Ha- ben wir einen Kokender ohne Aberglauben? Joh nit. Warum aber nicht? Weil ein ſolcher Kalender der Akademie der Wiſe fenſchaften weniger einbringt als der entge gengejeßte, Steht aber nicht auf dem Tie telblattez Mit Genehmhaltung der Akade« mie? Daraus folgt eben nicht Genehmhal- fung des in den Kalendern befindlichen Aberglaubens; es iſt nur noch Duldung, Ey ſo laſſen Sie denn, Herr Paſtor, den Aberglauben unſrer Hausmütter auch in Ehren; er bringt ihnen auch was ein, ſs gut wie der Akademie. Doch kein Geld? Eben ſo viel, Vergnügen und Beruhigung des Gemutßhs,===
Abertamer Käſe, eine Are guter Ziegenkäſe, auf Schweizer Art, von dem Bohmiſchen Städtchen Abercam, ins Saßer Kreiſe, zwiſchen Joachimsthal und Gottesgab, an den Gränzen des Meißnex Erzgebirges, alſo benennet. Der gute, eigne Geſchma& der Käſe kommt wohl hauptſächlich von den vortrefflichen Kräus- tern her, welche von den Ziegen auf den hohen Gebirgen gefunden werden, welche ſie fich unter mehrern ausfuchen. Fönnen, Die grünliche Farbe dieſer Käſe aber kömmt von darunter gemengten ſchimmlichtemt Brodte oder gepülverten Kräutern her, Es müſſen aber dieſe Käſe vielen andern aus der Nachbarſchaft unter ihrem Namen mit forehelfen, zumal da die unächten den g ächten


