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nähe Fzekomnten ſeyn ſollen, oder ihnen ein Meſſer än die Hausthüre einſtecken u. ſ,f., welches ihnen aber im Preußiſchen nicht verſtatktet wird 3; wenigſtens würde es im mindeſten nicht daſelbſt geachtet werden, wenn ein Abdecker durch ſolche Handlungen Jemand beſchimpfen wollte, da es über- haupt ſchon immer mehr als Ungerechfig- feit gehalten wird, die"Abvecker um ihrer Verrichtungen willen als unehrlich odex an- rüchtig anzuſehen, und ſie von allerhand ehrlichen Dingen, vornehmlich äber ihre Kinder von DIE HT und Zünften, aus* zuſchließen. Das kaiſerliche Patent v. J. 1731. die Abſtellung der Mißbräi- che der HSandwerker betreſſend, ahn- det dieſes, und nach dem Kömal. Preuß. Ediete d. d. Berlin d. 24ſten UMIay, 1783., ſollen die Söhne der Abdecer, wenn ſie die verwerfliche Arbeit ihrer Vä- ter noch) nicht getrieben haben, nvel) treiben wollen, zu ehrlichen Geſchäfften zugelaſſen werden, auch die Töchter au ehrliche Leure verheyrather werden können,
Abdeckerleder, iſt dasjenige Leder, welches vom Abdecker von kranken und ge- Jtorbenen Thieren abgezogen worden iſt,
Abdeichen, heißt in den Marſchlän- dern einen Fluß oder eine See mit einem Wall oder Deich einfaſſen,
Abdocken, aufdocken, abfa ſen, iſt bey der Jägerey ſv viel, ais das Häng- ſeil und die Zeinen abwickeln,
Abdörren, abftiegen, abſtehen, heißt beym Forſtweſen, wenn Holz aus dieſer oder jener Urſach vertrocknet.
Kbdrefchen, geſchieht, wenn die in deb Scheune zu einem Mahl angelegten .Giarben vollendet, und das nun leer gewer- dene Stroh aufgebunden wird, Ein Ab-
Abde IS
druſeb heißt auch eine gewiſſe Anzahl von Garben, die näch Beſchaffenheit der Dre- ſcher und des Korns auf einmal angelegt und abgedröſchen werden ſollen. Alſo ſagt man ferner: die Dreſcher machen des Tages ſo und ſo viel Abdruſche, oder die Dreſcher ſagen 3 Wir werden Morgen in vier oder mehr Abdruſchen den Waizen in dieſem bder jenem Taſſe,(Banſe) ausbekommen, d. i. € vollendet haben, daß keine Garbe mehr übrig bleibt.
Abdruck, wenn ein künſtlich gemach- tes Modell in Wachs, Thon oder andern Materien abgeformt wird,
Abdruck, eines Blattes oder einer Blume, wenn man deren Umzüge aufneh- men will, ohne zeichnen zu können, gez ſchieht alſo: Man nimmt ein Blatt feines Papier, tränket es mit kein- oder Baums öl, und läßt es vier bis fünf Tage liegen z alsdann halt man es über den Rauch einer Fackel,(auch ein fetter Kien oder Harz vienet dazu) und ziehet es über demſelben ſo lange 0 bis es davon ganz ſchwarz angelaufen iſt, Auf die ſchwarze Seite die- ſes- Papiers bringet man die Blätter, wo- von man den Abriß wünſcht, legt ein et- was ſtarkes Blatt weißes Papier darauf, und veibet mit dem Ringe eines recht glatten Schlüſſels das Blatt weißes Papier ſo lan» ge, bis man vermuthet, daß ſich die ſchwar» ze Farbe an den Blättern recht angedruckt hat. Dieſe ſolchergeſtalt ſ<warz geworde- nen Blätter nimmt man und legt ſie zwi ſchen zwey Blättern weißes Papier, und reibet das obere Blatt des Papiers mit ei- nem Schlüſſel oder Glärtglaſe; ſo wird man die Blätter, wovon man den Abdruck verlangt, auf beyden Blättern Papier ganz deuklich vorgeſtellt finden, und zwar um ſo viel dauerhafter, da es in'Delfarbe iſt. Um
Riſſe


