Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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Bogießung mie Waſſer oben voin dein Fot: ſton berunter, eher bey Feuersbrünſten ge- wettet werden können.

Unter den, die Strohdächer abde>en- den, Vögeln, ſind die Krähen zur Win- terszeit bey tiefem Schnee am meiſien zu fürchten, weil ſie alsdenn nicht die bloße Erde zum Aufſuchen ihrer Nahrung vor ſich finden. Hauptſächlich greifen ſie die Mittagsſeite eines Dachs zuerſt an, wo vie gegenſcheinende Sonne den Schnee et- was äbgeſchmölzen hat. Auch da greifen ſie gar bald ein mit Schnee bedecktes Dach än, ws es rauh iſt, und Strohſturzeln hervorragen, dder wv bereits auc nur die kleinſte Oeffnung iſt, Sie können in kur- zer Zeit ein ganzes Gebäude abdecken, da ſie das Stroh herausziehen, um iy den Aehren die beym Ausdreſchen ſißen geblie- bene Körner auszuklauben und zu freſſen, Hat erſt eine Krähe wo den Anfang ge- macht, ſo ſammlen ſie ſich bald zu hundexr- ten bey einander, und hören nicht eher auf mit Abde&en, als bis die Erde wieder von Edhnee entblößt worden. Das Schießen unter die Krähen möchte das dienlichſte Hülfsmittel dawider ſeyn z in zuk polizirten Fändern aber iſt es der Gefahr halber ver- boten, in den Dörfern zu ſchießen. Scheuſ- ſel von Lappen helfen ſo viel wie nichts, Aber todtgeſchoſſene, aufgehängte Krähen ſcheuen ſie mehr, Zu dem Ende muß man ſchon im Herbſte ſich auf dem Felde Krä- hen ſchießen laſſen, ſolche zum Dyrren in den Rauch hängen, damit ſie ganz bleiben und ihre Federn behalten, Eine, dem Ge- bäude halb oder ganz gleich lange Schnur wird über das Dach von einem Giebel zum andern etwas erhöhet gezogen; nachdem an ſelbiger von geraumer Diſtanz zur än- dern geräucherte, oder, wenns nicht anders ſeyn kann, auch friſche Krähen mit den

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Ton daran angebunden werden. Sind die Flügel ſolcher Krähen mittelſt eines klei- nen Holzes von einander geſperrt, ſv iſt es deſto beſſer. Won der Mitte der Krähen- ſchnur gebt eine daran angebundene leere Schnur bis auf die Erde herunter, welche angezogen wird, wenn Krähen das Dach angreifen wollen. Hierdurch werden nun älle aufgehängte Krähen in Bewegung ge- ſeßt, und verſcheuchen die lebenden. Auch muß die Schnur angezogen werden, wenn Schnee gefallen, um ſolchen von den hän? genden tkodken Krähen abzuſchütteln. Man pflegt zwar auch an Stangen todte Krähen aufzuhängen, um ein Dach damit zu bes ſcheuſſeln 3 allein die hungrigen Krähen werden derſelben ſo gewohnt, daß ſie, weil ſie nicht bewegt werden, auch nicht über das ganze Dach hervorragen, wenig over nichts ausrichten, Die kleinern Wöogel, als Spörlinge, Grünßlinge, Finken u. ſſc ſind nur Begleiter der Krähen, und können für ſich allein nicht abdecken, zupfen auch nur einzelne Aehren oder Strohhalme her» vor,

Abdecker, Seldmeiſter, Schin« der, Caviller, Henker, iſt zum Abs ziehen der Haur und Begraben des umges- fallenen Viehes beſtellt, Der Feldmeiſter hat Halb» oder Miechmeiſter unter ſich, welche ſich mit ver Kavillerey, den Seu- <en over Krankheiten des Viehes, Stau» vpenſchlag,:Braudmahl, der Landesver» weiſung u, ſ, w, beſchäfftigen. Die Woh- nung des Feldmeiſters und ſeiner Knechte wird die&Seldmeiſrerey, Jodeckerep); t7eiſterey vder Cavillerey, der Plaß aber, wo das Vieh abgehäuter und einge- graben vder uneingegraben gelaſſen wird, Aasplag, Aasgrube,(Aasfkute) Seld- küche, Schindacker; Schindauger,

DB 3 5 Schins

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