Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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; Aas

aller Länder mit Nachdruck datauf halten, daß nirgends das Aas vom Hornvieh, von Schafen und Schweinen, auch Pferden, unbegraben gelaſſen, auch den Abde&ern und Cigenthümern der verreckten Thiere das Maas vorgeſchrieben werde, wie tief leßs kere einzugraben ſeyn, damit Hunde, Füch- ſe und Schweine das Aas nicht wieder her- vorziehen und zu Tage bringen können,

Aaſen, ägen, aßen, abäſen, abfreſſen, aßen, heißt bey dem ro- 'then Wildpret ſo viel, als Freſſen. Z. B,. der Hirſch aaſet oder äßet, d, i. er frißt oder weidet.

Aqgsfliege, Muſca carnaria L. So nennt man die befannten großen Fliegen, welche vornehmlich durch den glänzenden blauen Fleck auf dem Hinterleibe-und durch ihr Summen ſich) von andern gewöhnlichen Fliegen unterſcheiden, Man nennt ſieauch &Sleiſch- und Schmeißflietgen, weil ſie dem Fleiſche der kodten Thiere ſehr nachge- hen, und darauf gemeiniglich ihre Eyer an- zulegen pflegen, welches durch das Wort beſchmeißen in unſrer Sprache ausge- drückt wird. Bey einigen Schriftſtellern hei- ßen ſie auch Schmeiß- Aas- und Sleiſch- mücken, Sielegen aber ihre Eyer darum auf das faule Fleiſch, damit ihre Jungon zuin Fortkommen gleich ihre Nahrung finden mögen, Sie legen aber auch gern ihre Ma- den in die Wunden der Thiere, weshalb man zur Sommerszeit dawider die Wunden entweder genau verbinden, oder, wenn ihre Maden darin bereits ausgekommen ſind, wi- drig riechende Dinge, als Kienöl, Thran, Theer u. dgl. einſchmieren muß, Die Ent- ſtehungsart dieſer und anderer Fliegenarten ift dieſe: Aus den Eyern, womit die alten Schmeißfliegen das Fleiſch der todten oder verwundeten Thiere zu belegen pfiegen, kom-

Aas

men ſchön an dem Tage, da die Eyer ge- legt worden ſind, und gemeiniglich eine Stunde nach dem Legen, kleine Maden hervor, welche ſogleich an dem 8&Fleiſche zu le>en anfangen, auch in vier und zwäne zig Stunden ſehr merklich wachſen, und innerhalb neun Tagen ihre voilkommene Große erlangen, Die ausgewachſene Ma- de hat eine kegelförmige Geſtalt, und ob gleich der ſpikige Theil feinem Kopfe ähne lich zu ſeyn ſcheint, ſo iſt er doch das Werk- zeug, wodurch ſie ihre Nahrung in ſich zieht. Der Körper ſelbſt beſteht aus zwölf Abſäßen, von welchen der hinterſte und größte am Rande herum mit zwölf kleinett warzenförmigen Spißen beſekt iſt. So- bald die Made zu wachſen aufgehört hat, nimmt ſie keine Nahrung mehr zu ſich, ſon- dern leeref ſich von dem geſammelten Unra- the vollig aus, ziehet ſich hernach kürzer zuſammen, kriecht von dem Fleiſche weg, und ſucht ſich zu verbergen, worauf ſie ſich, ohne ihre vorige Haut abzulegen, in eine Puppe verwandelt, welche eine eyförmige Figur hat, und wie ein Tönnchen oder Fäßchen ausſieht. Die Hülſe dieſer Pup? pe iſt Anfangs noch weiß und weich, zuleßt aber wird ſie ganz dunkelroch und hart, Nach neun oder zehn Tagen öffnet dieſes Inſekt, durch verſchiedene Bewegungen ſeines Kopfes, die harte Puppenhaut, und kömmt in der vollkommenen Geſtalt einer Sc<hmeißfliege hervor. Die Flügel ſind zwar anfänglich noch ziemlich klein und ein wenig unförmlich, aber in einer halben Stunde pflegen ſie meiſtentheils ihre gehöri- ge Größe und Steife zu erhalten,

Viasſeike, heißt die inwendige Seite der Felle und Häute gegen den, eib oder das Fleiſch zu, wel<e Andere die unrechte oder linfe Seite zu nennen pfiegen.

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