Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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6 Aas.

Aaſes nicht zu enkziehen, und ihnen das Schauerliche des Aasgeruchs zuzuführen, Man kennt zärtliche Perſonen, welchen der Aaasgeſtank Uebelkeiten und Erbrechen, auch wohl Ekel für Fleiſchſpeiſen auf lange Zeit verurſacht, und ihnen das Andenken des Oxts oder des Landes, wo ihnen dexp- gleichen begegnet, ſehr unwillfonimen ge- worden. Das retſende Publikum macht gerechten Anſpruch auf mehr Schonung des Sehens und des Riechensz es erwün- ſchet ſich von den Landespolizeyen eine durch- gängige Vertilgung dieſes Reſtes der öſſent- tichen Unſittſamfeit, Unſre Wiehheerden werden aber auch durch das uneingegrabene Aas nicht wenig gefährdet. Der Vf. hat ſich immer den Ueberſprung der ehemaligen Viehſeuchen von einem entfernten Orte zu dem andern nicht anders erklären können, als daß derſelbe von einem an der Seuche geſtorbenen und nichteingegraben geweſenem Stück Viehe herrühren müſſe. Cin Ort dieſer oder jener Landesgegend iſt gemeinig- lich der erſte, wo die Wiehſeuche anfängt. Das erſte ſterbende Vieh wird nicht für ein an der Seuche geſtorbenes anerkannt, und ohne Verdacht von dem Abdecker-abgeledert und das Aas uneingegraben Raubthieren und Vögeln überlaſſen. Dieſe fallen über das Aas her, und einige davon bleiben nicht auf der Feldmark, laufen oder fliegen einige Meilen weiter, und ſo iſt durch ſie das Anſte>ende der Seuche auf die Vieh- triften entfernter Derter überbracht worden. Am meiſten kann und muß ſolches durch fleiſchfreſſende Vögel geſchehen. Z. EE, Raben, Krähen, Stäre, ſißen aufs Aas, ſtreiten ſich darum, beſchmieren ſich damit Füße, Federn und Schnäbel. Einige fliegen, nachdem ſie ſich recht ſatt gefreſſen haben, an die vier, ſechs bis ac<t Meilen davon, kommen unter die Viehheerden oder

Aas

auf die Weidepläße, weßen die Schnäbel an der Crde, ſchütteln Federn ab, betres ten mit ihren Füßen, vie noch den ganzen Aasgeifer oder Geruch an ſich haben, das Gras, baden ſich in den Viehtränken ab, laſſen ihre Exeremenre überall fallen, oder brechen aus ihren überſüllten Kröpfen das unverdauete Aas wieder von ſich, wie man ſolciyzes bey der Waizenſaat öfters ſiehet, daß die Krahen den ausgeſäeten eingekälkten oder eingebeizten Waizen wieder von ſich brechen. ESo wundert man ſich denn, wie

die Biehſeuche von einem etwa vier und mehr-

Mieilen entlegenem Orte an einen andern auf einmal hingefommen iſt, da doch beyde Derter nicht die geringſte Gemeinſchaft zue vor unfer ſich gehavt oder haben können z und Niemand denkt daran, daß die Anſtes- Fung von den weit umher fliegenden- geln entſianden ſeyntkönne, Cben ſv kann es mit ven Schafpocten geſchehen. Hier ſter ben Schafe an den Pocken, ſie werden uns begraven gelaſſen, Mehrere Meilen davon fommen die Pocken bey den Schafen un-

verſchens zum Vorſchein, ohne das ſie von-

Nachbarſchaft zu Jiacbarſchaft mit iprer Anſteung fortgegangen wären, Wer denke hier an die Vögel, was ſie gechan haben können?! Aud) unbegrabeneSchweinerichten Unheil an, wenn ſie an der Bräune zur heißen Sommerszeit ſterben; Mehrmals hat es der Verf. bey ſich und in der Nachbar ſchaft erlebt, daß die Hirtenhunde von dem Aaſe ſolcher Schweine gefreſſen, davon beißig geworden, und von ihrem giftigen Biſſe alle von ihnen verwundete Thiere dex Heerde haben ſterben müſſen. Sollten aber nicht auch) die Hunde gar von dem Aaſe ſolcher Schweine, wenn ſie davon viel zu freſſen gehabt, die Tollheit über kurz oder lang auch bekommen können? Um ſo vieler Urſachen willen müſſen alſo die Obrigkeiten

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