Aal
Alten als eine dep niedlich ten Speiſen ſehr hoch gehalten. Jnsgemein wird ex den Kranken verboten; den Schwindſüchtigen aber, und denen, die mit einer ouszehren- den Krankheit, oder auch mit der Milz- ſucht und Säure des Magens, behaftet ſind, wird er als nahrhaft zugelaſſen, oder an- gerathen. In manchen Häuſern wird er, wenn er friſch, zumal wenn ex aroß iſt, ab- geſtreift; in andern aber wird ihm, beſon- ders wenn er mit Salz abgekocht wird, die Haut gelaſſen, und ſodann wohlſchmecen- der gehalten. Beym Abziehen der Hout wird. der Aal mit einem ſtarfen eiſernen Jiagel durch den Kopf feſt angenageltz hierauf macht man mit dem Meſſex xings um den Hals einen Schnitt durch die Hauf, nimmt Salz in die Hände, und„ſtpeift ſo- dann die Haut mit leichter Müße hexunter,. Die Haut wird gern getrocknet, und, weil ſie ſehr zähe iſt, zu Geld- Schrot- und Tabacksbeuteln gebraucht. Läßt man ſie zuſammengeſirumpftf und zuſammengedreht eintro>nen, ſo wird ſie ſatt eines ſo ge- nannten Peſericks, oder Ohſenziemers, ge- braucht, Auf verrenfte Glieder wird Dieſe Haut, nachdem ſie in Bier oder Kofent aufgekocht worden, warm gezogen oder um- hergeſhlagen, und ſolches mehrmals wie- derholt. Uebrigens iſt der Aal in der Arz» neykunſt von ſehr eingeſchränftem Gebrau- <e und Nußenz wenigſtens gehört ſeine Hauk, Leber und Galle nicht mehr unter die heroiſchen und ſympathetiſchen Mittel bey ſchweren Geburten, wie ſolche ehedem von einem und demandern Arzte angerühmt worden. Das Fett wird, nachdem es aus dem Eingeweide ausgeſoften worden, zum Brennen in den Lampen, ſtatt des Oels, wie auch die Wagen damit zu ſchmie- ren, verbraucht. Wie aus der Aalgalle eine Farbe zu bereiten ſey, ſ: im Art. Gale,
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Wo die Aale, wie z, VB, in Pommern, ſtark gefangen werden, da werden yie ge- räunmMert, und hierayf weit und breit ver- ſendet. Im Gegenſaß der geräucherten Aale pflegt man die ungeräucherten Jrüs ne Agie zu gennen.
Aalfang, Aolfaſten, ein Gebäu- de in Flüſſen, an Deichen oder Seen, die ginen Fall haben, in welchem der"Aal zu gewiſſen Zeiten, vornehmlich bey ſhwülem Wetter oder Ungewittern, häufig gefangen wird, Man bringt ſolche Fänge gern in den wüſten Mühlgerinnen, und bey Weh- ren, an.
Aalaagbel, Aalſiecher, Triſta- hel, iſt von einem platten Etücke Eiſen, in der Dicke eines Zweythalerſtückes qe macht, und hat einen€ chaft(eine Dille) wie an einer Hacke, damit man das Erd- reich umhacft, woran man einen leichten und ſtarfen Stiel, oder eine lange geſchlan- ke Stange von ungefähr 15 bis 16 Fuß in der Länge, wie an einem Fiſchhafen, ſtößr, und mit ein Paar Nägeln feſt macht. Die- ſes platte Ciſen iſt wie eine dreye>ige Miſt- gabel gemacht, und hat drey Aerme oder Haken, deren jeder ungefähr neun Dau- men oder Zoll layq, und die zwey zwar nur an der inwendigen, der mittlere aber auf beyden Seiten, mit guten Zähnen oder Widerhaken verſehen ſind. Der mitelere aber geht gerade zu, und iſt, gleich einer Schlangenzunge« jedoch etwas rund, zu- geſpißt, Alle drey Haken aber müſſen durch zwey kleine, auf beyden Seiten mit Nageln zuſammen geheftete und vernietete eiſerne Bänder dergeſtalt befeſtigt und zu- fammengehälten werden, daß weder Aerme oder Haken ſelbſt ſich weiter aus einander geben, nod) ſich enger zuſammenſchließen können, als ſie wirklich ſind, damit kein
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