Teil eines Werkes 
Siebenter Band (1783)
Entstehung
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Eilftes Hauptſtü>.

S. 8309 Wie die Streufuder zu SEN, und was darunter zur Richtſchnur zu nehmen.

Nach richtig ausgemittelteni Viehſtande und Strohzuwachs muß, nach Maß- gebung des 8. 820, die Anzahl und Beſchaffenheit der Fuder, ſo vor ein jedes Stück Vieh an Waldſtreue nöthig ſind, gehörig beſtimmet werden. 1

. Ich läugne nicht, und ein. jeder Wirthſchaftserfahrner wird es von ſelbſt einſe- hen, daß dieſe Beſtimmung, wenn daraus vor keinen Theil ein Nachtheil erwachſen ſoll, ſehr ſchwer falle, und vielen Bedenklichfeiten unterworfen ſey.

Inzwiſchen will ich es. doch, weil ſonſt alles dasjenige, was bisher angebracht worden iſt, und noch ferner davon geſaget werden kann, vergebens ſeyn würde, etwas Gewiſſes darunter feſtzuſeßen, wagen.

; Die verſchiedene Ladung bey den Streufuhren kann man hierunter unmöglich zur Richtſchnur annehmen.

Denn wenn man jemahls an ſolchen Orten, wo: das Streurechen und Fahren üblich, geweſen iſt, ſo wird man ſchon von ſelbſt den großen Unterſchied der Fuder, wenn die Bauern. vor ſich oder vor die Herrſchaft Streu fahren, mehr als zu deutlich wahrgenommen haben.;

: Ein Bauer, der vor ſich Streu fähret, ladet gewiß drey bis vier Mahl ſo viel auf, als wenn er ſolches im Dienſt vor die-Herrſchaft verrichten muß.

Schon die Einrichtung der Streuwagenleitern, deren ſie ſich vor ſich oder die Herrſchaft bedienen, zeiget ſolches ganz offenbar,

Die Waldſtreue iſt an und vor ſich eine ſehr leichte Waare, wovon. mit zwey- ßigen Pferden; eine ſehr anſehnliche'Menge ganz bequem fortgebracht werden kann.

Ich werde daher nicht irren, wenn ich die hier feſizuſeßende Streufuder derge- ſtalt beſtimme, daß darunter ſo viel Streu, als von zwey mäßigen Bauerpferden auf eine bequeme Art heran gefahren werden kann, verſtanden werde.

Bey dieſer Beſtimmung wird der Bauer gewiß nicht zu kurz kommen, ſondern

ſeinen Wagen ſo voll als möglich laden.)

S. B3T+ d 2 Wie viel Fuder Streu vor ein jedes Stuck Rindvieh zu beſtimmen. Die Beſtimmung, wie viel von dergleichen zweyſpännigen Fudern Streu vor ein jedes Stück Rindvieh oder eine beſtimmte Anzahl von Schafen erfordert werde, iſt

nicht weniger mancherley Schwierigkeiten ausgeſeßet«.;T6

? Man rechnet nach wirthſchaftlichen Säßken von einem jeden Stück Rindvieh, wenn es Jzehörig eingeſtreuet worden, jährlich ro Fuder Miſt.- Zu. einen Fuder Miſt werdei wenigſtens 8 Gebund Stroh, das Bund zu 16

bis 20 Pfund gerechnet, erfordert. Aus der wirthſchaftlichen Erfahrung aber iſt bekannt, daß das Stroh in dem

Miſt wegen der darin vorgegangenen Gährung dergeſtalt in die Fäulniß übergebet, daß bey einem gut zubereiteten Miſt wenig davon übrig bleibet, 8 ey