550 Eilftes Hauptſtück,; T
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Da ſchon vorhin das Weißen- Gerſten- nnd. Sommerſtroß zur Ausfutterung-des Rindviehes ausgeſeßet worden, ſo kann die Conſumtion des Nöenſirohes nur haupt? ſächlich in demjenigen, was davon zu Hexel vor-die Pferde verſchnitten werden muß, und ſv zur jährlichen Bedachung an den Orten, wo die Strohdächer gewöhnlich ſind, beſte- hen, alles übrige aber, ſo hiezu nicht gebrauchet wird, als bloß zur Einſtreue in den Miſt beſtimmet, angeſehen werden,
Es iſt zwar bekannt, daß dasjenige, was auch von dem Roenſtroh nach Abzug des Pferdeherels übrig bleibet, für die Schweine beſtimmet iſt,
Bekannt aber auch iſt es, daß das Schafvieh nicht das Stroh ſelber, ſondern nur bloß die an demſelben befindliche Hülſen der Aehren abfrißt, und folglich die ganze Maſſe des Strohes, ſo für dieſe Viehart beſtimmet worden, dennoch allemahl zur Ein- at. den Miſt übrig bleibet, folglich davon fein Mangel der Einſtreue hergeleitet werden kann.
6. 828. Daß auch in den Orten, wo der ſchlechteſte Ackerbau iſt,-allemahl die Zälfte der Einſtreue. von dem Strohzuwachs genommen werden könne.
Nimmt man dieſe wahre, in allen Wirthſchaften vorkommende Umſtände in Be- tracht, ſo ſind nur wenige Fälle abzuſehen, wo ein wirklicher Mangel an genugſamer Stroheinſtreue vorhanden ſeyn könnte,
In einem ſtarken und guten Mittelboden giebet es auch gemeiniglich einen ſtär- fern Viehſtand.
Wahr aber iſt es zugleich, daß auch ein dergleichen Acker eine'größere Menge von Stroh liefert.
Ein ſchlechter Acker giebet zwar weniger Stroh, gemeiniglich aber iſt auch der Viehſtand an ſolchen Orten weit geringer, und es wird daher daſelbſt zur Einſtreue ver- hältuißmäßig. weniger Stroh erfordert.;
Mit einem Wort, in einer richtig und ordentlich eingerichteten Landwirthſchaft kann und wird es ſo leicht an dem zur Einſtreue benöthigten Stroh nicht fehlen.
Fehlt es daran, ſo wird man bey näherer Unterſuchung die meiſte Zeit wahr- nehmen, daß nur bloß eine falſche und unverhältnißmäßige Einrichtung der ganzen Wirthſchaft daran ſchuld ſey..
„ Geſeßt aber auch, daß ſich in dürren und ſchlechten Ackergegenden, die mit einem „zureichenden Wieſewachs verſehen ſind, wirklich ein dergläichen Mangel an der hinläng- lichen Stroheinſtreue ereignen ſollte, ſo wird doch allemaßl ein großer Theil des Strohes zu dieſem Behuf angewendet werden können, und auch in den unfruchtbarſien Getreide- Gegenden kann ſoſcher wenigſtens allemadhl auf die Hälfte der nöthigen Einſtreue ange nommen werden.; Hiedurch wäre denn ein Principium auch in dem äußerſten Fall zur Beſtimmung desjenigen, was in Anſehung der benöthigten Waldſtreye wegen eigenen Strohzuwachſes abgerechnet werden muß, feſtgeſeßet, a)»
2) Ich
107 DU.405 wenge:
FEINEN


