Teil eines Werkes 
Siebenter Band (1783)
Entstehung
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548 Eilftes Häuptſtüc>.

Denn ob ihnen gleich nicht verwehret werden könnte, die ihnen bey ſolchen Um- fränden allein zuſtändige Schafhütung auf ihren Grundſtücken ſo gut als möglich zu be- nuken, ſo muß doch ſelbiges dem herrſchaftlichen Necht in Wäldern keinen Eintrag thun.

Dieſes aber würde geſchehen, wenn ſie für eine größere Anzahl von Schafen, als beſtimmet worden, die benöthigte Streu fodern könnten.

S. 825. Die hierunter nöthige Beſtimmung des Bauerviehſtandes an Rindvieh und Schafen wird durch ein näher angenommenes Bepſpiel gezeiget.

Um vorſtehendes durch ein Beyſpiel näher zu erläutern, wollen wir annehmen, daß in einem Dorfe, wo die Herrſchaft die Schäfereygerechtigkeit hat, und der Schaf Viebſiand der Bauern auf nichts gewißes beſtimmet iſt, ein jeder Bauer jährlich 20 Magdeburgſche Morgen mit Roggen beſtellet, und überdem eine Ausſaat an Weißen und Gerſte von 15 Scheffel hätte.

Aus den vorhin feſtgeſeßten Grundſäßen würde von ſelber folgen, daß ein ſolcher Bauer einen Rindviehſtand von 10 Stück und ungefähr 33 Schafe mit eigenem gewon- nenen Futter zu unterhalten im Stande ſey.

Dieſes würde denn auch eine ganz ſichere Nichtſchnur bey der Beſtimmung des- jenigen, was er, um dieſen Viehſtand mit der gehörigen Einſtreue zu verſehen, von der herrſchaftlichen Waldſtreue zu fordern hätte, anzuſehen ſeyn.

6. 826.

Von der Beſtimmung des Strohzuwachſes, und wie viel davon zur Einſtreue vor das Vich übrig bleiben könne, wobey zugleich das unwirthſchaftliche verfahren, das Stroh z1 . verFaufen, und dagegen das Vieh mit Waldſtreu zu ſtreuen,' gezeiget wird.

Der zweyte Punkt, der nach Maßgebung des 5. 820. biebey in Betracht kommt, betrifft den Strohzuwachs, den ein Bauer oder anderer Unterthan von ſeinem im Beſis habenden Acker nach wirthſchaftlichen Grundſäßen zu erwarten bat. j:'

Bey den großen Vorzügen, den der Strohdünger vor dem Streudünger hat, bleie bet es allemahl eint unverantwortlicher ME wenn man, um das zur Einſtreue vorhandene Stroh zu. verkaufen, ſein Feld nur hauptſächlich mit dem elenden und un- kräftigen Waldſtreudünger verſorgen will.;:

Inzwiſchen iſt doch dieſes der hauptſächlichſte Grund, wodurch ſich ſo viele Wir- the, beſonders aber die gemeinen Bauern, zur Erwählung des Lektern anreißen laſſen.

Ich gedenke dieſes unrichtige und unwirthſchaftliche Verfahren nächſtens in einer beſondern Abhandlung auszuführen, und darin den großen Nachtheil, den ſichein jeder Wirth, er mag zu den großen oder kleinen gehören, dadurch anrichtet, mit mehrerm zu zeigen.:.

Gegenwärtig will ich vorläufig nur ſo viel bemerken, daß beſonders die Bauers

Leute, welche ein Recht, die benöthigte Streue in den herrſchaftlichen Wäldern zu+0 aben,