Teil eines Werkes 
Siebenter Band (1783)
Entstehung
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S40 Eilftes HauptſtüF.

SG. 812,? Warum biebey fowohl auf die Frage, in wie weit das Streurechen überhaupt in den Wäldern zuzulaſſen, als auch darauf, ob und'in wie weit die Unterthanen darunterohne Verlegung

ihres Rechts eingeſchränkt werden können, Rückſicht zu nehmen ſey.

Nöthig iſt es, daß hiebey zwey Puncte ſehr wohl von einauder unterſchieden

)

werden. 1) Einmahl iſt feſtzuſeßen, in wie weit überhaupt das Streurechen, ohne daß da-

durch dem Holze ein merklicher Schade geſchehe, in den Kiefer- und Tannen- Wäldern zugelaſſen werden könne?

2) Demnächſt aber iſt auch zu beſtimmen, in wieweit die Unterthanen oder andere dazu Berechtigte, in dem ihnen zuſtändigen Streurechunggrechte, ohne Ver- leßung der ihnen darunter zukommenden Befugniß, einen Eintrag zu thun, einzuſchränken ſeyn würden?

Die Vernunft giebet es von ſelbſt, daß dieſe beyde Fragen in einer genauen Ver- bindung mit einander ſtehen, und beſonders die Entſcheidung der leßtern von dem, was in Anſehung der erſtern feſtgeſeßet werden wird, abhange.

Vorläufig muß nur ſo viel voraus erinnern, daß der Gebrauch einer jeden Sache eine gewiſſe Ordnung vorausſeße, ohne welche die Sache, in welcher dieſer Gebrauch verſtattet worden, nicht erhalten werden kann.

Dieſer allgemeine Saß wird denn auch alles dasjenige, was wir hievon ſagen

und vortragen wollen, hauptſächlich beſtimmen müſſen.

SG. 83.

Daß in Anſehung der erſten Frage auf die Urſachen der Schädlichkeit des Streurechens zurück gegangen werden müſſe, und es offenbar ſey, daß die alte zu ihrer Vollſtändigkeit gelangte, oder derſelben doch nabe Stämme davon weit wenigere Gefahr, als die junge, und in

- ihrem beſten wWachsthum ſtehende, zu befürchten haben.

In Anſehung des erſtern Puncts, in wie weit das Streurechen überhaupt derge-

ſtalt, daß dadurch dem Wald ſelber nur ein wenig merflicher Schaden geſchehe, veran- ſtaltet werden könne, iſt hauptſächlich auf den Grund, warum ſolches dem Holze ſo nach»

theilig ſey, zurücf zu gehen.;47 Die Urſachen davon haben wir oben theils in der Entziehung der durch die mit der Zeit verweſeten Tannennadeln den Bäumen zukommenden Düngung, und theils auch

in der Verleßung ihrer zarten-ſo genannten Thauwurzeln geſeßet. j Nothwendiger Weiſe ſind dabey Bäume angenommen worden, welche noch in

ihrem vollen Wachsthum ſtehen, und daher eines reichen Zufluſſes von Nahrungsſäften nöthig haben. vig 9< hieraus, daß bey ſolchen Kiefer- und Tannenftäm-

Von ſelbſt folget aber au; men, welche bereits das Alter ihrer Vollſtändigkeit erreichet haben, oder doch demſelben

nahe ſind, ſolches nicht mehr von ſolcher Nothwendigkeit ſey, ſondern dabey ſchön eher, ohne davon einen merklichen Schaden zu befürchten, eine Ausnahme davon gemachet

werden könne- : 2 Das