'524 Zehntes Hauptſtück.
". 7"LIF Von den über Wieſen und Zütungsplänen gehenden Wegen und Straßen, und warum deren Rennbarkeit nicht lange daute,
Die über Wieſen oder Hütungspläße gehende Straßen und Wege verlieren ihre Kennbarkeit. weit eher, als die durch die Acerfeider gegangene, und beſonders die unbe» aert liegen gebliebene.
Die Natur der Sache giebet ſolc<h:8 von ſelbſt, indem durch das beſtändige Wei» den des Viehes die ehemalige Geleiſe in wenigen Jahren dergeſtalt zugetreten werden, daß man wetter von deren ehemaligen Ganz feine Spuhren wahrnehmen kann.
Werden auch gleich noch hin und her kennbare Fuhrten, oder Vertiefungen, wos durchg der nunmehr an einen andern Ort verlegte.Weg gegangen, angetroffen, ſo fehlet es 7*<, wegen der eingegangenen Spthren des Weges felber, an einer gehörigen Nach- weiſung von dem fernern Gange deſſelben.
Die ſonſt bey allen andern Gränzirrungen von einem Gränßſnahl zum andern ange- nommene gerade Linie kann in dieſem Fall nicht Plas greifen, weil bekannt genug iſt, daß die meiſten Wege nur ſelten in gerader Linie fortgehen, ſondern ſolche vielmehr verſchiedene Krümmungen, welche öfters wegen der Lage des. Ortes und darzwiſchen liegenden unzu- gänglicher Gegenden nothwendig ſind, zu machen pflegen,
6. E39. Von den durch. die Wälder gehenden Straßen und Wegen, und warum ſelbige ebenfalls in kurzer Zeit unkennbar zu werden pflegen,
Die zu Gränzen angenommene Landſtraßen und Wege, welche durch Wälder
„und Holzungen gehen, bleiben zwar weit länger kennbar, als die über Wieſen oder Hüs tungspläße gegangene.
Der Boden in den Wäldern iſt gemeiniglich weit mürber, und größeſten- theils wohl gar ſandig. Die Geleiſe ſind daher weit tiefer eingeſchnitten, und können folg- lich von dem weidenden Vieh, welches ohnedem in den Wäldern nicht ſo enze, als auf den Wieſen und freyen Hütungspläßen, zuſammen gehet, nicht ſobald zugetreten werden
Jnzwiſchen verlieren doch ſolche Straßen und Wege, auch ſelbſt in den Wal- dern, gar bald ihre Kennbarfeit.;
Hiezu tragen theils die häufig von den Bäumen abfallende Blätter, theils aber auch der in ſolchen Straßen und Wegen, wenn ſie nicht weiter befahren werden, nach wenigen Jahren ſich zeigende junge Hokzauff:hlag, das meiſte bey. N
Der Augenſchein giebet es, wie ſehr, beſonders in den Eich- und Buchwäldern, von den im Herbſt und Winter abfallenden Baumblättern nicht allein die Geleiſe ange- füllet, ſondern auch die Straßen und Wege ſelber überdecer werden, dergeſtalt, daß
man öfters auch wirklich gaugbaxe Wege davor zu erkennen, und das Geleiſe derſelben-
zu treffen Mühe hat.
Bey ungangbar gewordenen Wegen häuft ſich dieſ: Menge der Blätter in wenigen*
Jahren zulekt dergeſtalt an, daß deren Auffindung einem jeden ſchwer fällt, 50 DEN älder


