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! Sehr natürlich und begreiflich iſt es, daß ein ekwa' 6 bis 8 Zoll im Durchſchnitt ba- bender Gränzpfahl nicht den 2oſten Theil ſo viel Holzerde, als ein zwey bis drey Fuß im
Durchſchnitt dicker Baumſtrükk nebſt"feinen Wurzeln nothwendig erzeugen muß, SU
laſſen kann. 6
Findet man ſolchemnach bey der Unterſuchung- entweder noch wirfliche S Spuren von alten Wurzeln, oder eine vor einen bloßen Gränzpfahl unverhältnißmäßige Menge von Holzerde an, ſv mag man den ſichern Schluß machen' daß daſelbſt fein wirk! EMDE Gränz- mahl geweſen ſey.
Dergleichen Gränzpfähle pflegen auch ſelbſt in den Waldungen eliche9 gar zu nähe an den Bäumen, ſondern vielmehr, damit ſie deſto beſſer geſehen und wahrgenommen werden können, ſo viel möglich, im Freyen, und in einer gewiſſen Entfernung von den Bäumen aus- geſeßer zu ſeyn.
Eine auf einem dergleichen freyen Plaß in verhältnißmäßiger Menge vorgefundene "Holzerde wird daher nur allein die Commiſſarien aufmerkſam machen, und daraus auf die wahrſcheinliche Richtigkeit des in ſolcher Art angegebenen Gränzmahls einen 2400 zu ma- chen, bewegen fonnen.
Gu I27:
Warum hiebey auch beſonders auf eine zuverläßige Ausmittelung der Zolzart, woraus die. Pfähle; womit die Gränze bezeichnet geweſen, beſtanden haben, zu ſehen. ſey.
“Demnächſt iſt auch unläugbar, daß bey der vorgefundenen Holzerde aus den davon zurück gebliebenen Beſtandtheil en,. die Art des Holzes,. woraus der Gränzpfahl beſtanden hat; ganz vgn erfannt werden könne.
Ob der Gränzpfahl aus harten oder weichen, eichenen oder fichtenen- Holze zuberei- tet geweſen ſey, iſt aus der. davon zurück gebliebenen Holzerde, auch noch nach ſeiner Ber- weſung, von Sachverſtändigen ganz füglich zu beurtheilen.
Eben aus dieſer Urſache haben wir: oben von den zu den Gränzcommißionen zu ernennenden Oeconomiecommiſſarien nicht blos eine gemeine wirthſchaftliche Erfahrung,
ſondern auch zugleich eine tiefere Einſicht in vie in der Naturlehre einſchlagende Wahr-|
beiten erfodert.
Iſt nun durch die Gränzreceſſe das Geigen füh Eingeſtändniß der Parten, oder-
eine hinlängliche Zeugenausſage feſtgeſtellet, von welcher Holzart die Gränzpfähle/ deren Spuhren nunmehr aus ihren zurück gebliebenen Beſtandrheilen aufgeſuchet werden, Senom- men geweſen ſind, ſo wird ſich auch hieraus vor die Richtigfeit ver Gränzen eine große Wahrſcheinlichfeit ergeben/ in ſe ferne die Gränzpfähle aus einer ganz andern Holzart, als die Baume des Waldes 1. deſſen Gränze dadurch bezeichnet geweſen ſind, beſtanden hat. Sind z. Be in einem Fichtenen, Kiefernen, oder aus Büchen und Elsholz beſte? henden Walde, die Gränzpfähle von eichenem Holze, als welches, wie wir oben mit meh- rern bemerkt haben, das Heſchickteſte dazu iſt 7 zubereitet geweſen, ſo wird das Auffinden einer Holzerde von eichenem Holze nothwendig einen ſehr ſtarken Beweis vor die Richtigkeit der angewieſenen Gränzmahle abgeben müſſen, weil alsdenn der oben bemerkte Zweifel, ob Qeou, For. VI. Theil»„„LEiits nicht
Von den bey Gränzſtreitigkeiten vorfallenden, theils 16, 513


