"7 Fn dieſem Stücke nun beſtehet die erſte Beſchäftigung, der'Commiſſion darinn, daß ſie die von einem jeden angewieſene Gränzmahle auf das genaueſte unterſuche, und, ob ſich Spuhren und Ueberbleibſel von wahren Gränzmahlen beſinden, prüfe.
„Der Commiſſion wird hierunter die Sache gar ſehr erleichtert, wenn entweder aus alten Gränzreceſſen, oder aus dem Eingeſtändniß der Parthen, die Art der Gränz- Mahle, womit die ſtreitige Gränzen bezeichnet geweſen, vor bekannt angenommen wer- den Fann. NPT,: Iſt aber dieſes nicht, ſondern es wird von dem einen Theil die Bezeichnung der Gränzen durch Gränzhügel, von dem andern aber durch Gränzpfähle oder Steine ange- geben, ſo findet die Sache ſchon mehrere Schwierigkeit.
In dem erſtern Fall darf die Commiſſion nur blos auf die Ueberbleibſel von einer Art der Gränzmahle ihre Aufmerkſamkeit vichten, in dem zweyten aber zugleich auf meh» ere Rückſicht nehmen.|'
Finden fich nun bey der Nachforſchung zurück gebliebene Kennzeichen von ver- | IEREp der Gränzmahle, ſo wird die Sache dadurch auf das äußerſte zpeifel- Häft, indem allemahl ungewiß bleiber, vor welche Art der Gränzmahle die meiſſrecht- liche Vermuthung ſey.+ : Man nehme z. B. den Fall an, daß der Nachbar A, daß die Gränze mit Gränz- Hügeln bezeichnet geweſen, der Nachbar B aber, daß dieſe Bezeichnung mit Steinen oder Gränzpfählen geſchehen ſey, vorgiebet, und ſich an den von ihnen angewieſenen verſchie- denen Gränzorten, Merkmahle von beyderley Arten der Gränzmahle hervor thun.
' Ein jeder wird geſtehen, daß die Commiſſarien dabey in die größeſte Verlegen- Heit gerathen müſſen. 1 SISEE.? IE 7
:: 6. 114;. Daß hiebep auf den mehrern oder wenigern Srad der Wahrſcheinlichkeit Rückſicht zu neh ä men ſep, welches durch ein gegebenes Depſpiel näher erläutett wird.:
* Der mehrere oder wenigere Grad der Wahrſcheinlichfeit, ſo die in den angewie- ſenen verſchiedenen Gränzmahlen aufgefundene Spuhren und Ueberbleibſel an die Hand geben, iſt der einzige Leitfaden, woran ſich die Unterſuchungs- Cominiſſion ſowohl, als auch der künftige Richter, zu halten hat.: METIN
"4 Dieſe verſchiedene Grade der Wahrſcheinlichfeit dergeſtalt zu beſtimmen, daß fie einen zuverläßigen Grund zu einem fünftig abzufaſſenden richterlichen Ausſpruche legen können, fälit allerdings, wie ſchon oben bey einer andern Gelegenheit bemerfet worden, ſehr ſchwer, und es iſt ſolches nur ein Werk richtig denkender ii mit gehörigen Einſich- ten verſehener Männer.;;| 5 SEE DET'
Inzwiſchen iſt es docH nicht ganz unmöglih. Nur müſſen älle bey der Sache vorfommende Umſtände wöhl erwogen, und mit einander verbunden werden.
; Oefters verurſachet ein einziger Umſtand, wenn man bey demſelben ſtehen bleihet, daß die Sache dadurch die größe Wahrſcheinlichfeit erhalt. Dieſe aber. verſchwindet wiederum gax bald, wenn andere damic verknüpfte Umſtände dabey zu Hülfe genom:nen werden. 1627;' j
Hin Ss83.2 Man :/
Von den bey Gränzſtreitigkeiten voxfallenden, theils 16. 1507.


