504 Zehntes Hauptſtück,
Die erſte Beſchäftigung einer ſolchen Gränzcommiſſion- muß daher dahin geri ket ſeyn, daß ſie, bis zum Austrag der Sache, in JOE des Fe un in dem ſtreitigen Gränzort, Ordnung zu machen, und dadurch allen daraus entſtehen fön- nenden üblen Folgen vorzubeugen ſich bemühe.
Es befindet ſich entweder nur einer von den Nachbaren in dem ruhigen Beſiß die- ſes Gränzortes, oder er iſt von beyden Theilen gemeinſchaftlich genußet worden, oder es hat auch inmimer einer den andern, wie nicht ſelten zu geſchehen pfleget, durch Pfänduu-. gen und Gegenpfändungen darinn zu ſröhren geſuchet.; y
Die Umände mögen hierunter beſchaffen ſeyn wie ſie wollen, ſo muß die Com: miſſion vor allen Dingen den interimiſtiſchen Beſiß der Parthen feſtzuſeßen fich angelegen feyn laſſen, weil ſie nicht verſichert ſeyn kann, daß, aller von ihr angewandten Mübe ovhnerachtet, ſich dennoch die Sache, ehe ſie zu einer endlichen Entſcheidung kommt, eine Zeitlang verſchleppen könnte.
6. r08.
Warum die Regulirung des interimiſtiſchen Beſitzes ſich anrbeſten für die Cömmiſſion ſchike, und es eine unnöthige Weitläuftigkeit ſey, wenn deſchalb erſt vor den Schranken des Gerichts nach der bisherigen Gewohnbeit ein beſonderes Summariüſſi- 7m inſtruixet werden muß.
Ich weiß wohl, daß dieſe Unterſuchung in Anſehung des interimiſtiſchen Beſißes, nach dem bigherigen Verfahren der Gerichtshöfe, nicht der in dergleichen Gränzſachen angeordneten Commiſſion überlaſſen, ſondern vielmehr, daß zuförderſt der Punft wegen des zeitigen Beſißes in Summariiſſimo beſonders abgemachet, und alsdenn erſt eine Com- miſſion, um dergleichen Sachen in Peri““cio zu reguliren,"angeordnet zu werden pfeget,
Allein, ich finde in dieſem Verfahren nichts als unnöthige Weitläuftigfeiten, wo- durch ein ſolcher Gränzſtreit nur noch immer länger aufgehalten, und durch die Länge der Zeit in eine Berwirrung, die zuleßt gar nicht mehr zu überſehen iſt,.geſeßet wird.
" Die Ausmittelung des gegenwärtigen Beſißes fann, wenn er ſtreitig gemacht worden iſt, niemahls anders, als durch ein angeſtelltes Zeugenverhör, wobey die Zeugen in rem prxſentem geführet worden, ausgemittelt werden..
Es iſt alſo hiezu ebenfalls eine Commiſſion nöthig.;
Warum ſollen aber dergleichen Commiſſiones ohne Noth vervielfältiget, und nicht auch zugleich derjenigen, die zur Unterſuchung der Hauptſache in Petitorio angeord- net worden, die Regulirung des Summarüſſimi überlaſſen werden.
Die Vernunft giebet es, daß beydes zu gleicher Zeit geſchehen kann, und öfters wird ſchon das Petitorium in einer fürzern Zeit beendiget ſeyn, als zur Inſtruirung des beſondern Sammarüſſimi nöthig geweſen wäre,
6. 109+ Wie die Commiſſion bey der Regulirung dieſes Interimiſ?ici zu verfahren habt. Unter dieſer Vorausſebudg hat ſolc<hemnach die verordnete Commiſſion vor affen" Dingen genau zu unterſuchen, wer von beyden Theilen ſich ſeit den leßtern drey oder vier
Jahren in einem ruhigen Befiß des ſtreitigen Gränzortes befunden hat. 5 : atür-


