Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1779)
Entstehung
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534 Achtes Hauptſtück,

Hierdurc< macht er es möglich, daß in einem Tage ſo viel geſchiehet, als ſon Geſinde, wenn es ſeiner Willführ überlaſſen wäre AE De Ah Ee ue DIn

Iſt er mit den ihm obliegenden herrſchaftlichen Wirchſchaftsgeſchäften fertig, ſo kann je ſein ſämmtliches Geſinde wieder zu ſeinen eigenen Arbeiten unter ſeiner Aufſicht anwenden.

Der Fleiß in der Arbeit erſeßet die Menge der Arbeiter. Zwey Fleißige verriche ten mehr als ein Faulenzer.

Von ſelbſt folget hierays, daß ein Bauer, der zwar zu ungemeſſenen Dierſten ver- pflichtet, dabey aber an keine eigentliche Dienſttage-gebunden iſt, die Hälfte des Geſindes, pe er ſauf; wenn er ſchlechterdings nach Tagen zu dienen ſchuldig wäre, halten müſte,:er- paren könne.

Mit dem Geſpann eines ſolchen Bauern hat es eine gleiche Bewandniß. Auc<h BN I DEREN den Dienften nach Tagen die meiſte Zeit müßig zu, ob es gleich dabey

ungern muß. ; Ganz natürlich iſt es, daß, wenn ſich der Knecht hinter dem Pfluge niederſeßet, oder wohl gar dabey einſchläfet, die Pferde ebenfalls ſtille ſtehen müſſen.

Der Bauer muß daher bey den Dienſten nach Tagen viele Pferde halten, ohne daß ſie ihm zu nuße kommen; und die Herrſchaft bekommt auch nur wenige Arbeit von ihnen gechan«

Kaum glaube ich, daß ein Bauergeſpann an den Orten, wo täglich gedienet wer-

den mvs, in einem Tage ein Viertel einer großen Landmorge herum pflüget, da es doch, wenn Fleiß dabey angewandt wird, ganz füglich eine dergleichen Morge beſtreiten kann.

Mit dem Eggen, Miſt- und Holzfuhren, und den meiſten andern Arbeiten, wozu das Bauera*ſpann gebrauchet wird, hates eine zleicmmäßige Bewandniß.|

. Hieraus ergiebet fich von ſelbſt, daß ein Bauer bey ſolchen ungemeſſenen Dien- ſten, wo er nicht an Tage gebunden, ſondern nur überhaupt ſämmtliche herrſchaftliche Wirthſchaftsgeſchäfte, in ſe weit ihm ſolche zugetheilet worden, verrichten muß, auch in ſeinem Geſpaun vieles erſparen könne.

Wenigſteus wird man bey dergleichen Bauern die Pferde in weit beſſern Stande, als bey denen, die täglich zu Hofe liegen müſſen, antreffen.

Die Pferde der leßteru thun zwar in der That weit weniger, weil ſie, wi? oben be- merket worden, durch die Faulheit der Knechte die meiſte Zeit müßig. zubring'n.. Hinge- gen müſſen ſie auch deſto mehr hungern. Bekannt aber iſt, daß ein Pferd bey mäßiger Arbeit, wenn es gut und ordentlich gewartet wird, weit beſſer beſftehet, als ein anderes, ſo bey ſeinem Müßiggange den ganzen Tag im Hunger zubringen muß.

Noch unzählige andere Vortheile mehr, die vor einen Bauer aus dieſer Art von unzemeſſenen Dienſten entſpringen, könnten angeführet werden. Es wird aber dasgjeni- ge, was bigher davon geſaget worden, ſhon hinreichend ſeyn, einen jeden zu überzeugen, daß auch die Bauern nebſt der Herrſchaft:von einer ſolchen Dienſteinrichtung einen wichti- gen Nußen ziehen, und ſelbige daher, ,an allen Orten, wo es möglich zu machen iſt, au- empfohlen zu werden, verdiene.

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