Von dem Urſprunge, Berſchiedenheit, Unterthänigkeit, 8. 535 S. 660.
Daß diejenige Gattung von ungemeſſenen Dienſten, wo' die Bauern täglich dienen müſſen, vor die 23auern ſchlechterdings ſchädlich, in Anſehung der Zerrſchaften aber nur zum Theil nüglich', jedoch: der erſtern Art bey weiten nicht gleich komme.
- Von der zweyten Sattung der ungemeſſenen Dienſte, wo die Bauern ſchlechter- dings nach Tagen zu dienen, und täglich in dem Joche der Dienſtbarkeit zuzubringen ſchul- dig ſind, kann. nicht ein gleiches behauptet werden. 7; 2
Jedoch: wird bey derſelben auch der ſchon öfters bemerkte Unterſcheid, ob derglei- <en ungemeſſene Dienſte zur Beſtreitung. der ſammtlichen herrſchaftlichen Wirthſchaftsge- ſchäfte hinreichend ſind oder nicht, nicht gänzlich. auſſer Avgen geſeßet werden können.
. In Anſehung der Bauern ſind ſie beyde höchſt ſchädlich, und man wird an ſolchen Orten, wo ſolche gewöhnlich ſind, gemeiniglich nichts als Armuth. unter ihnen antreffen.
In Rückſicht der Herrſchaften hingegen, hat dieſe Gattung von Dienſten, wenn ſie zur Beſtreitung der ſämmtlichen: Wirthſchaftsgeſchäfte dergeſtalt hinreichend ſind, daß weder eigenes Geſpann noch Geſinde gehalten werden darf, auch ſeine gewiſſen Vorzüge, die aber doch denen, ſo aus der erſten Art von ungemeſſenen Dienſten erwachſen, und von uns oben umſtändlich augeinander geſeßet worden, in keinen Vergleich zu ſtellen.
Jn den Vortheilen,. die von der Erſparung des eigenen Geſpannes und Geſindes, welche bey beyden ſtatt findet, herrühren, kommen ſie zwar mit einander überein.
Der Fleiß der Bauern aber ,- der alle ihre Arbeiten veredelt, und, daß ſie tüchtig und zur rechten Zeit geſchehen, verurſachet, fällt bey den leßtern gänzlich hinweg.
Und eben hieriun beſtehet der größeſte Vorzug, den die Bauerdienſte, wo,. nach Tagen zu rechnen, alle herrſchaftliche Wirthſchaftsgeſchäfte verrichtet werden müſſen, als das vornehmſte Gepräge bey ſich führen.:
Ende des fünften Bandes.


