Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1779)
Entstehung
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*522 Achtes Hauptſtüs.

und ſo oft ſie gefodert werdendienen müſſen, iſt der 6. 638. ſchon vorläufig bemerkte Un- kerſcheid, ob dieſe Dienſte zur Beſtreitung der herrſchaftlichen Wirthſchafesgeſchäfte hin- länglich ſind oder nicht, vor allen Dingen zum Grunde zu lege.

Ob dergleichen ungemeſſene Dienſte zu den herrſchaftlichen Wirthſchaft3geſchäften hinlänglich ſind, fann man leicht daraus wahrnehmen, wenn man erforſchet, ob die Herre ſchaft, anßen dieſen Bauerdienſien, noch eigenes Geſpann und Geſinde zur Beſtreitung ihrer Wirthſchaft halten müſſe.

Darf ſie kein eigenes Geſpann noch Geſinde halten, ſo ſind die Bauerdienſte ohne Widerrede-zur Beſtreitung der herrſchaftlichen Wirthſchaftsgeſchäfte hinreißend, gleich wie das Gegentheil von ſelbſt erhellet, wenn man auf dem herrſchaftlichen Hofenoch eige nes Geſpann und Geſinde antrift.;

Es brauchet daher feiner weitläuftigen Unterſuchung, ſondern die Sache fällt, bey dem erſten Anblick der herrſchafilichen Wirthſchaftsverfaſſung, von ſelbſt in die Avgen«

926.5..642-

Warum die ungenieſſenen Dienſte nach.Tagen,. durch weiche die ſämmtlichen herrſchaftlichen Wirthſchaftsgeſchäfte beſtritten werden können.«in dieſem. Fall eben ſo, als die oben be- meldete Art der ungenzieſjenen Dienſte, behandelt werden niuſien.!

Bereits bey der Erörterung der kurz vorhergehenden Streitfrage 8. 537, habe ich bemerket, und zu einem.allgemeinen Saß angenommen, daß auch die nach Tagen zu ver- richtenden ungemeſſenen Dienſte, wenn ſie zur Beſtreitutig der ſammtlichen herrſchaftlichen Wirthſchaftsgeſchäfte hinreichend ſind, mit der zweyten Art'von ungemeſſenen Dienſten, wo nur blos auf die Verrichtung der wirthſchaftlichen Geſchäfte'geſehen wird, von ei- nerley Beſchaffenheit ſind, und jene mit dieſen nach gleichen Regeln beurtheilet wer- den müſſen.!

Aus dieſem Saß folget denn auch von ſelbſt, daß bey denſelben alles dagjenige ſtatt finden müſſe, was wir von den Reiſen und Fuhren der Bauern in den beyden nächſt vorſtehenden 6. b. angeführet; und als billig feſtgeſeßet haben.

Wenn in beyden Fällen die Bauern nur zu das, was das Beſte und Nothwen- digkeit des herrſchaftlichen Gutes, zu welchen ſie belegen, angehet, verpflichtet ſind, ſo müſſen ſie auch, in dem einen Fall ſowohl als in dem andern, von den Allotrus, daß ich es ſo nennen darf, das iſt, von ſolchen Dingen, die zu dem Gute und der Wirthſchaft nicht gehören, frey geſprochen werden.

Wollte man ſolchen Bauern alle Reiſen und Fuhren ohne Unkerſcheid, ob ſie das Gut angehen oder nicht, zumuthen, ſo würden ſie um einen Theil der Zeit, den ſie ſonſt zu ihren eigenen Nahrungsgeſchäften anwenden könnten, gebracht werden, und folglich eine ihnen nicht gebührende Bürde überkommen. APE;

Ich habe dieſes bereits 8. 637. durch ein Beyſpiel erläutert, worauf ich mich manchmahl, weil es der gegenwärtigen Sache ebenfalls vollkommen anpoſſend iſt, bezo- gen haben will.

6. 643-