Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1779)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Bon dem Urſprunge, Verſchiedenheit, Unterthänigfeit, 1. 521

45640:

Solche Reiſen und Fuhren hingegen, die nicht das Beſte des Gutes, wozu ſie gelegen, be: treffen, ſind jie zu verrichten nicht ſchuldig, wovon ebenfalls verſchiedene beſondere Salle angefühtet werden.

Alle andere-Reiſen und Fuhren, die nicht zum eigentlichen Beſten des herrſchaft- lichen Gutes oder Wirchſchaft geſchehen, können den Bauern, die ſonſt alle herrſchaftlie <en Wirthſchaftsgeſchäfte zu verrichten verpflichtet ſind, nach den Regeln der Gerechtig- feit und Billigkeit nicht aufgebürdet werden. Bey herrſchaftlichen Reiſen, die nur blos zum Beſuch guter Freunde und Nachbaren abzielen, dürfen ſie daher nicht vorſpannen.

Bielweniger mag ihnen, Gäſte herbey zu holen und wieder wegzufahren, zuge- muthet werden. Bey einem gaſtfreyen Eigenthümer würden die Bauern hierunter gar ſehr leiden, und.im kurzen zu Grunde gehen.

Auch bey denjenigen herrſchaftlichen Reiſen, die nicht eines bloßen Beſuches we- gen, ſondern in nothwendigen Angelegenheiten geſchehen, muß doch allemahl, ob auch dieſe Angelegenheiten das Sut, zu welchen die Bauern belegen, angehen, feſte ftehen.

Titius hat z. B. zwey Süter A und B. Wegen des Gutes B iſt er in einen ſchweren Proceß verwickelt; und die Nothwendigkeit erfodert es; daß, er eine Reiſe deß- halb thun muß.""Ob nun gleich die Bauern in A ungemeſſene Dienſte über ſich haben, ſo ſind ſie doch bey-dieſer Reiſe vorzuſpannen nicht verbunden, weil der Proceß, weßhalb dieſe Reiſe geſchishet, nicht das Sus A ſondern das Sut B betrift, ſie aber zu keinen an- dern Dienſten, als nur blos denjenigen, ſozum Beſten des Gutes A gereichen, verpflichtet ſind.

Wie mancher Mißbrauch mag.-nicht hierunter bey einem Eigenthümer vorfallen, welcher zwey und mehrere verſchiedene-Güter har, wo die Bauern auf dem einen ungemeſe ſene;.auf dem andern aber gemeſſene-Dienſty haben?

Ich habe daher dieſen Punkt etwas näher zu erörtern, und eigentlicher auseinander zu ſeßen, vor nöthig erachtet, damit nicht den Bauern, die zu ungemeſſenen Dienſten

verbanden ſind, alles aufgebürdet werden möge.

Die Dienſte von dieſer Art ſind ſehr ſchäsbar und von großem Werth. Der Ei- genthümer, ſo dergleichen beſißet, hat daher alle Behutſamfeit anzuwenden Urſache, daß die Baxern nicht mit dergleichen Nebenlaſten, die ihnen öfters härter und ſchwerer, als die wahren Wirthſchaftsgeſchäfte ſelber, fallen, überladen, und dadurch ihr Untergang be- fördext werden möge.

Noch mehr lieget einem Richter, hierunter ein gerechtes Einſehen zu haben, und dergleichen Bauer-Placereyen abzuſtellen, ob, wenn er einen Eigenthümer antrift, der dabey ſein eigenes Beſte verfennet.

;«641.

Daß bey den nah Tagen zu vet HEER HN Dienſten ein Unterſcheid, ob fie zu den herrſchaftlichen Wirthſchaftsgeſchäften hinlänglich ſind oder nicht, zu machen ſey, und woran man dieſen Unterſcheid gar leicht ges wahr werden könne.

Bey der Art von ungemeſſenen Dienſten, wo die Bauern, ohne ſchlechterdings an die Vollbringung der ſämmtlichen Wirchſchaftsgeſchäfte verbunden zu ſeyn, alle Tage, OQecon. Forens. V, Theil. Uuu und

A SLRIEHänaz 22357» 40-1 42 PAGER EN RUEEL X ZEICANO 36 Aufz IR NEL(2aEa dme: