Teil eines Werkes 
Dritter Band (1777)
Entstehung
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512- Sechſtes Hauptſiüs,

das ganze Werk mehr vor eine Deteriorätion als. Melioration, angeſehen werden-ſol! alles vorher wohlund reiflich zu überlegen.|!

Zur Anlegung einer ſolchen Teichwitthſchaft muß die Natur die Hand biethen, und es geräth ſelten wohl, wenn man dergleichen Dinge wider die Natur mit Gewalt erzwin- gen will Der menſchliche Wiß kann zwar der Natur eine gewiſſe Hülfe geben, und ihre Wirkungen befördern. Allein der Natur wiederſtreben zu wollen, bringer gemeiniglich Schaden, oder verurſachet doch wenigſtens vergebene Koſten;

Auf einer trofenen Höhe Teiche anzulegen, und das dazu nöthige Waſſer blos pon der Gütigkeit des Himmels zu erwarten, iſt eine wahre wirthſchaftliche Thöorheit. I< habe ſc<on vorhin erinnert, daß zu einem tauglichen und nußbaren Teiche ein beſtändiger Zufluß von lebendigen Waſſer-erfordert werde, Wo dieſer nicht möglich zu machen iſt, Da ſtehe man nur von der Teichanlegung:bey Zeiten abwenn man-nicht die daran ver- ſchwendete Koſten in kurzen bereuen will. j!

Da auch der Nußen, den man von der Teichwirthſchaft zu erwarten hat, lediglich iu der guten und bequemen Verloſung der Fiſche beſteht, ſo iſt ebenfalls wohl zu prüfen, ob derſelbe wahrſcheinlicher Weiſe zu hoffen. ſey,/ Deau, wenn es hieran fehlet, ſo fommt bey der Teichwirthſchaft nur ſelten etwas heraus, ſondern es wurde beſſer geweſen ſeyn, wenn man die dazu beſtimmte Grunditücke in. ihrer vorigen Verfaſſung gelaßen, und - Sie auf die biSherig? Art abgenußet hätte.

Zu dert Brandenburgiſchen Marken und dem Herzogthum Pomiiern Teiche an- zulegen, würde, wenn Die Natur dazu die Hand bietet, ailerdings.yon Mußen ſeyn, indem in dieſen Gegenden die Karpfen zu den ſeiteuen Fiſchen. gehören, welche faſt unter.allen am theureſten bezahlet werden In Schleſien hingegen iſt ſchon vorhin eine überflüßige Menge von Teichen, und die Karpfe dort der wohlfeilſte Fiſch, weshalb ein daſiger Beſi- ger, verent noh mehrere anzulegen und dadurch den Abſaß imnier gerenger zu machen,

billig Bedenken tragen muß» 6. 1.206»

Varun die Lehns:, VTajorats und andere vergleichen ſab ritzlo Incra:ivo beſizende Genieß: braucher die an eine neue Ceichwirthſchaft verwandte Koſten von den Tiachfol . gern(<leehterdizgs Wieder zu fordern berechtiget ſid,

Unter Erwägung aller'dieſer Umſiände wuß.denn auch bey. einem dergleichen ange- 'gebenen Meliorationsfall die wahre Nusbarkeit deſſelben ausgemittelt werden, ehe man; ob die daran verwandte Koſten von dem Eigenehuümer. oder künftigen Nachfolger wieder zu erſtatten ſind, mit Zuverläßigfeit beſtimmen fann.|

Findet ſich nun, daß die Sache wirklich nüßlich ſey, und dem Gute dadurch ein neuer Ertrag, der vorhin nicht vorhanden geweſen, zugeleget worden, ſo wird es ferner auf die Frage, in wie weit der!Stifter dieſer neuen Anlage doshalb eine Vregütigung zu

fordern berehtiget ſey, aufommett.. Die Anlegung neuer Teiche verurſachet keine geringe Kofien/ weshalb ich mich

ſicher berufen kann.;

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