/ ZU“ Fünftes Hauptſtück.
bezahlen, auch feine andere Vergütigungen, als die ihnen nach dein Jnnhalt ihres Contracts zukommen, verlangen. Zu wünſchen wäre es nur/ daß die Anzahl dieſer Rechtſchäffenen größer, als ſie wirklich iſt, ſeyn möchte. Die Zeitpachten würden alsdenn nicht mehr ſo
gefährlich und verhaßtſeyn.) Da es aber immer unter allen Heerden noch räudige Schafe giebet, ſo hat ſich ein
jeder Eigenthümer wohl vorzuſehen, daß er nicht in die Hände ſot<her Rechenmeiſter, wels
<he ihre Pacht mehr mit Papieren, als in baaren Gelde zu entrichten fuüchen, falle.
4 E33 2%: 4;'. Weitere Fortſezung der Geſchichte von dem Betragen der Zeitpächter in Anſehung der Gebäude.
Die wirthſchaftliche Gebäude eines. Landgutes ſind zwar, dem größeſten Theil"
nach, nicht nußbar. Sie gehören inzwiſchen zu den unentbehrlichen Pertinenzſtücken deſ- ſelben, ohne welche kein Landgut gehörig bewirthſchaftet werdet kann. Einem Eigenthü- mer iſt daher ſehr viel daran gelegen, daß folche in ordentlichen und baulichen Würden
erhalten werden, zumahl der neue Bäu und Einrichtung derſelben. eine ſchr beſchwerliche,
koſtbare und Feldfreſſende Sache iſt.
Ein jedes Gebäude, deſſen Zuſtand mag ſs gut ſeyn wie es will, hat immer von Zeit zu Zeit fleine Reparaturen und Ausbeſſerungen nöthig. Durch deren richtige Beob- ächtung fann auch ein ſchon altes Gebäude erhalten werden, bey deren Unterlaßung aber“
verfällt öfters ein ganz.neues in kurzer Zeit, oder erfordert doch wenigſtens zu ſeiner Wie- derherſtellung wichtige und anſehnliche Koſten.
Dieſe kleine Reparäturen kann ein Eigenthümer, ver ſein Gut in vn gegeben hat, nicht ſelber beſorgen, ſondern er muß folche dem Zeitpächter überlaßen. lich pfleget in den Pacht- Contracten etwas gewiſſes beſtimmet, und nach der üblichen Ge» wohnheit dem Pächter alle Reparaturen, die nicht über 5 Rchlr. betragen, zu beſtreiten auferleget zu ſeyn.'
Daß ſich derſelbe in einer ſolchen Kleinigkeit ſaumſelig finden laßen ſollte, ſtehet von nur etwas redlich denkenden Männern faſt nicht zu vermuthen, Jnzwiſchen wird doch ein jeder, der die Welt, und alſs auch den großen Haufen der'Zeitpächter kenner, durch die tägliche Erfahrung, daß ſolches wirklicy und zwar geweiniglich geſchehe, über-
zeuget.
Eben der Umſtand, daß.die-Gebäude an- ſic) nicht nußbar. ſind, folglich ihre Aus- beſſerungen zu dem. Eigennuß- des Zeitpächters nichts beytragen können, verurſachet die dabey wahrgenommene Saumſeligkeit. Sie ſuchen daher aach die kleinſten Ausgaben zu
vermeiden, und vc. ſchieben recht gefliſſentlich die nöchigen Ausbeſſerungen, die öfters mit!
wenigen Groſchen veitritem werden könnten, ſo lange, bis ſie endlich in den Zuſtand fom-
men, daß ie über 5 Rchlr-betragen, weit ſelbige alsdenn nicht mehr ihnen, ſondern den
Gutsherren, zur Laſt fallen.
Daß dieſes ein in allen Ländern allgemeiner Kunſtgrif der Zeitpächter ſey, davon'
bin ich durch eine vor einigen Monathen in den befannten Leipziger Intelligenzblättern ge-
hane Anfrage, wie man iieſem Punet am beſten vorbeugen könne, welche ich bey der zwey- Was
zen Abtheilung. dieſes Houptſtücks zu beantworten gedeufe, überzeuget worden-
emeinig»-“


