Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
422
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422 Fünftes Hauptſtück, kommen ſollte, ſeinen zurücgelaßenen Garten faum wieder kennen würde.- Mir wenig- ſtens iſt es ehedem ſo gegangen, und ich kann daher aus eigener Erfahrung zeugen,

In Anſehung der Fiſchereyen fann man ſich von dein Zeitpachten um ſo weniger ewas Gutes verſprechen, als dieſe nicht allein faſt unter allen Wirthſchaftsrubrifen, ihrer

Natur nach, dem Mißbrauch am meiſten unterworfen ſind, ſondern auch deren Ruin und.

Untergang durch dieſen Mißbrauch nur gar zu ſeicht befördert werden kann,

Daß der hierunter zu befür<tende Mißbrauch und darauf nothwendig folgende;

Ruin hauptſächlich'daiauf beruhe, daß Brutzund Jugend nicht gehörig geſchonet werde,

habe ich bereits 8; 9, und auch'ſchonin dem Erſte»Zauptſrüu des Erfien Bandes 55 50:

gehörig bemerfet. Man ſehe nur einmahl das Fiſchen, ſo unter den Zeitpächtern geſchiehet, mit au,

ſo wird man ſchon von ſelbſtüberzeuget werden, wie wenig ſiearf dieſe unumgänglich nöthige

Schonung der Jugend und Brut bedacht ſind,"Sie laßen den' Gewäſſern nicht allein feine Ruhe, welche do< den darinn befindlichen Fiſchen zu ihrer'Vermehrung ſowohl, als auch zu ihrem Wachsthum, von Zeit zu Zeit nothvendig iſt, ſondern es wird auch ünter brauch» baren und unbrauchbaren Fiſchen kein Unterſcheid gemacht; ſondern älles, was nur den

Käſcher füllet, herausgenommen, und ſollten auch, wenn man ſie nicht anders anbringen

kann, die Schweine damit gefuttert werden:

ſt in dem Pacht- Contract nicht die Vorſicht gebrauchet, und dem Päker wegen

der Laichzeit ein Riegel vorgeſchoben worden,-ſo iſt der gänzliche Ruin der Fiſcherey vol- lepds unvermeidlich. Da der Fiſch bey dieſer Gelegenheit gemeiniglich beyſammen ſtehet, ſo ſind auch alsdenn die reichſten Züge zu. erwarten, und was fann daxaus anders entſte-

hen, als daß, da nicht allein die großen Fiſche in übermäßiger Menge weggefangen wer

den, ſondern auch ihre Beut gänzlich zerſtöhret, ja ihnen nicht einmahl. die Zeit, ſolche vorher ſeen zu können, gelaßen wird, die ganze Fiſcherey mit Schrecken ein Ende nehme,

Es' it auch, die Wahrheit zu bekennen, einem Zeitpächter: weun ihm darunter

frey2 Hände gelaßen, und in dem Pacht- Contract feine gehörige Schranken geſeßet woro.

den, nicht einmahl zu verargen, wenn er ſich dieſer Wiethſchaftsrubrik nach aller: Mög- ltichfeit zu ſeinen Nußen zu bedienen ſuchet. Denn dieſe ganze Abnußung iſt an. ſich ſchr uaſicher und ungewiß, und auf großen Seen und Gewäſſern mag manie reichen Fiſch? züge faſt unter die bloßen Glücksfälle rechnen. Warum. ſollte er. ſich daher nicht ſeines Rechts nach aller Möglichkeit gebrauchen, indem ihm, ob der Eigenthümer auf die fünfti? ge Zeiten Fiſche in ſeinen Gewäßern behält oder nicht, gleichgültig:ſeyn fann;, und dieſer" es ſich ſelbit beyzumeſſen hat, daß ex den Pächter in. dem Pacht- Contract hiexunter nicht gehörig eingeſchränket,

Dem ſey nun wie ihm wolle, ſo iſt und bleibet es allemahl gewiß, daß ein Guks- Herr nach geendigten Pachtjahren eine zu Grunde gerichtete Fiſcherey und leere Gewäſſer wieder erhält. Iſt daher je eine wirthſchaftliche Abnutzung, die nicht anders als mit der, äuſſerſten Vorſicht in Pacht gegeben werden muß, ſo iſt es gewiß dieſe,

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