Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
29
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Von Aufhebung, der Gemeinheiten, und in wie weit c.. 29

Heyde, Beſſer wäre es. wenn die: Sache: dergeſtallt gehoben würde', daß der Titius für die Abtretung dieſes ſeines Rechts einen: demſelben: gemäßen: Antheil. nicht allein mit der Häutung, ſondern auch mit dem Holze, und alſo überhauptmit Grund und Boden erhielte. Dieſes wäre eine vollſtändige Gemeinheits- Aufhebung, und, wenn. ſie möglich iſt, einer partialen billig vorzuziehen... Allein die Umſtände wollen ſolches nicht allemal verſtatten. Cajus fann entweder ſein. Holz.nicht miſſen ,. oder: des Titius: Antheil an. der Weide wird, wenn ihm das darauf befindliche Holz. mit angerechnet. werden ſoll ,. zu klein ,. dergeſtallt, daß er für ſein. Vieh: nicht' Weide genug behält..

Jſt nun gleich: in ſolchenr Fall die gänzliche Aufhebung der Gemeinheit nicht mög- lich oder ſchicklich, ſo wird: es: doch. allemahl für ſammtliche' Intereſſenten ein: wahrer Nuz- zen ſeyn, wenn auch nur die bloße- Hütung. auf eine billige und verhältnißmäßige Weiſe getheilet wird, wie ſolches unten; wenn roir von: den. Auſhütungs- Gemeinheiten handeln werden, mit mehrern gezeiget-werden: ſoll.

Inzwiſchen: nehme ich: hieraus den vorläufigen Saß an, daß die Aufhebung einer Gemeinheit, wenn: deren: Theilbarfeit auch nur zum Theil: bey' der vorläufigen Unterſuchung fich äuſſern ſollte; deshalb nicht unterlaßen;. ſondern gehörig. fortgeſeßet werden muß.

8. 43:

Warum beſonders auf die aus einer Gemeinheits- Aufhebung entſpringende Verbeſſerungen der Landgüter und. Grundſtücke: Ruckſicht. zu- nehmen ſep.

Die Verbeſſerung. der- Landgüter und ihrer Nutbarkeit.,. iſt endlich überhaupt der hauptſächlichſte Bewegungsgrund,. warum: zu: jekigen Zeiten von allen Einſichtsvollen Staatsmännern,. und auch ſogar von: denr weiſeſten: Könige ſelber, auf die Aufhebung der Gemeinheiten auf dem. Lande mit ſo vielem: Ernſt und Eifer: gedrungen wird.. Eine na- türliche Folge iſt es daher, daß die Commiſſarien bey der: vorlaufig: anzuſtellenden Unterſu- <ung auch hierauf ihr vornehmſtes Augenmerk richten müſſen... Zu je' mehrern Verbeſſe- rungem der Landgüter: undihres Grundſtücke: durch die Au2einanderſeßung: einer gemein- ſchaftlichen Sache der Weg. gebahnet wird; je' mehr iſt ſolche rathſam, und ein jeder, dem dieſes Geſchäfte anvertrauet iſt, auf. deren. Zuſtandebringung, alle: mögliche Mühe anzu- wenden verbunden.

Unleugbar iſt es, daß die: Gemeinheiten. ob ſie gleich allemahl ein wahres Uebel bleiben, dennoch: weit: weniger: ſchädlich ſeyn. würden. wenn ſie nicht ſo vielen wichtigen Verbeſſerungen in der Landwirthſchaft. eine offenbare Hinderniß wären. Hierdurch wer- den ſie ein um ſo ſchädlicheres: Uebel, nicht: allein: für: die Privat- Cigenthümer, ſondern auch für den ganzen: Staat ſelber.. Denmn gemeiniglich wird: man: wahrnehmen, daß die in Gemeinſchaft ſtehende Grundſtücke der'größeſten. Verbeſſerungen fähig ſind. In Län- dern, wo man noch über dieTinſchränfungen des-Eigenthums ruhig und eingeſchläfert iſt, Fann man ſich von dem Ackerbau und allen damit in, Verwandſchaft ſtehenden Theilen kein gründliches Aufnehmen und Wachsthum verſprechen... Wie weiſe handelt däher nicht ein Landesherr,.welcher die unter ſeinenr Zepter wohnende Aerbearbeiter gerne. glücklich wiſ- ſen will, wenn er zuvörderſt. die ihnen hierunter durch- die vielen Gemeinheiten entgegen

ſtehende Hinderniſſe aus dem Wege zu räumen befiehlet! D3 SS. 44