Von Aufhebung der Gemeinheiten, und in wie weit die 1c. 25
ſung der gemeinſchäftlichen Stücke verurſachet werden,"abgehen. Wollte man nun ohne eine dergleichen vorläufige Prüfung gleichſam blindlings ſofort zu Werke ſchreiten, und es fände ſich nachher, daß die in Bearbeitung genommene Gemeinheit entweder gar nicht theilbar, oder doch ohne Nußen wäre, ſo würden dadurch", zur gröſſeſten Beſchwerde der Theilnehmenden, öfters anſehnliche, wiewohl vergebene Koſten veranlaſſet worden ſeyn.
Inzwiſchen muß man ſich hierunter an das'bloße Vorgeben der Partheyen ſelber nicht kehren, noch ſich dadurch von einem ſo nüßlichen Vorhaben abwendig machen laſſen. Es iſt nichts gewöhnlicher, als daß entweder alle, oder doch einige von den Partheyen bald ein&' Unmöglichfeit, und bald wiederum eine Schädlichkeit von der ihnen angerathe- inen Gemeinheits- Aufhebung vorſchüßen, und ſich dadurch von einer ihren BVorurtheilen zuwiderlaufenden Sache loszuhalftern ſuchen. Commiſſarien, die ſich durch das Wie- derſtreben der Partheyen irre machen laſſen, und die Lage der Gemeinheit nicht ſelber prü- fen, werden nur wenige Gelegenheit, ihre Bemühungen und gute Abſichten werkchätig zu mächen, vor ſich finden. Denn ein nur ſeltner Fall iſt es, wo ſammtliche Jnrereſſen- ten aus einer ſchädlichen Gemeinheit geſeßet zu werden wünſchen, und von ſelber die Hand dazu biethen.
Dieſe ſo nöthige Unterſuchung kann nun füglich nicht anders,“als durch einen von den Commiſſarien. ſelber“vorläufig eingenommenen Augenſchein, der:zu rheilenden, oder auf andere Art auseinanderzuſeßenden gemeinſchaftlichen Sache bewerkſtelliget werden: Bey einer dergleichen vorzunehmenden Beſichtigung wird es von ſelbſt offenbar werden, ob die Gemeinheit theilbar, und deren Aufhebung nüßlich ſey, oder nict.
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Dabey muß unterſuchet werden, ob die auseinander zu ſerzende iWemeinheits- Sache auch Wirklich, theilbar Jey, und darunter weder eine phyſikaliſche.noch moraliſche -Ohnmöglichkeit entgegen ſtebe.
Wie nutpdieſe vorläufige Ocular- Inſpection den Grund zu der ganzen Sache legen, und die Commiſſarien,'ob ſie damit zu Werke gehen ſollen oder nicht, beſtimmen muß; ſo folger von ſelbſt z- daß däbey nicht obenhin zu verfahren,“ſondern alle"mög- liche Vorſicht und Aufmerkſamkeit zu beobachten ſey.
Zuvörderſt haben Commiſſarien auf.das genaueſte zu prüfen, ob diejenige. gemeint Mmeinſchaftliche-Sache, deren Augeinanderſeßung ſie zu bewirken trachten, auch wirklich theilbar, und von der Beſchaffenheit, daß einem jeden ſein Antheil mit Ausſchlieſung des:andern, auf eine nußbare Art zugeſchlagen werden könne, ſey. Wo-die Natur.zu der Theilung und Ausgeinanderſeßung der gemeinſchaftlichen Dinge nicht felber die Hand bietet", da häle es ſchwer, hierunter etwas fruchtbarliches zu Stande zu bringen.
Es iſt zwar nicht zu leugnen, daß die Untheilbarfeit in den;auf dem Lande, voy- kömmenden Gemeinheiten nur ein ſehr ſeltener Fall iſt, indem faſt alles, was daſelbſt un- ter dev Gemeinſchaft ſtehet, auch getheilet, und einem jeden Intereſſenten ſein daran“ha* bender Antheil eigexthümlich überlaſſen werden kann.
Inzwiſchen wird das, was zwar die Natur ſelber nicht verhindert, dennoch öfters durch verſchiedene 1 der Sache zuſammen kommende Umſtände moralirer: unmöglich,"we- nigſtens nicht rarhſam-gemacht.
'Oecon, Forens. II, Theil, D| Es


